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#Fridaysforfuture – Weltweiter Aktionstag am 15. März 2019: 

Hunderttausende Schülerinnen und Schüler mobilisiert

Am Freitag, den 15. März 2019 waren in Kiel ca. 7.000 Schülerinnen und Schüler mit sehr kreativen Plakaten und ebenso kreativen Liedern und Sprüchen anstatt in ihren Klassenräumen auf den Kieler Straßen. Trotz „Schietwetter“ zog die Demo lindwurmartig stundenlang durch die Stadt. 

Damit war sie Teil des weltweiten Protestes in 125 Ländern, an denen sich an die 2 Millionen Schüler*innen an Aktionen beteiligten. Allein in Deutschland gingen in mehr als 230 deutschen Städten 300.000 Jugendliche auf die Straßen, um die Politiker*innen zum Handeln aufzufordern. 

Ende Februar hatte die Galionsfigur der Bewegung, die Schwedin Greta Thunberg, in Brüssel eine Reduzierung der europäischen CO2-Emission um 80 Prozent bis 2030 gefordert, was angesichts des viel rascher als prognostiziert voranschreiten Klimawandels durchaus als eine absolute Mindestvorgabe betrachtet werden kann. 

Noch am 16. Februar hatte Kanzlerin Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Demonstrationen von Schüler*innen für einen besseren Klimaschutz in einen Zusammenhang mit “hybrider Kriegsführung seitens Russlands” verortet. “Aber dass plötzlich alle deutschen Kinder nach Jahren ohne jeden … äußeren Einfluss auf die Idee kommen, dass man diesen Protest machen muss, das kann man sich auch nicht vorstellen.”

Und FDP-Chef Christian Lindner: „Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen“, watschte er die Bewegung „Fridays for Future“ ab und stellte damit die Kompetenz junger Menschen infrage, sich zu Klimawandel und Klimapolitik zu äußern. „Das ist eine Sache für Profis“, so Lindner.

Darauf konterte der Liedermacher Konstantin Wecker: „Sind Sie jetzt unter die Kabarettisten gegangen? Oder war das noch einem Hangover vom Karneval geschuldet? Es waren doch genau die Profis, die unsere Erde in diesen katastrophalen Zustand versetzt haben. Eine kriminelle Vereinigung von unbelehrbaren oder korrupten Politikern, bestechlichen Wissenschaftlern, geldgeilen Lobbyisten – aber: Profis allesamt.

Nein Herr Lindner, viele Jugendliche haben zu Recht die Schnauze voll von all diesen Profis. Was wir jetzt brauchen, sind idealistische Amateure, Schulschwänzer, Träumer, die uns alten Säcken immer wieder vor Augen führen, dass wir ihre Zukunft schon fast zerstört haben.

Ich kann mir gut vorstellen, was für eine Panik gewisse Kreise davor haben, dass da ein neues und modernes ‘68 wieder aufleben könnte. Ich fände es großartig.“

 fridaysfuture kiel 15 03 19

 Fridays for Future: Weltweiter Aktionstag am 15.3.2019 auf dem Kieler Rathausplatz

 

„Scientists for Future“ – Wissenschaftler*innen unterstützen Proteste der Schüler*innen

Als „Scientists for Future“ erheben jetzt auch Wissenschaftler*innen ihre Stimme für einen besseren Klimaschutz und unterstützen die Proteste der Schüler*innen. Mit Stand 14.3. haben sich mehr als 23.000 Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dem Aufruf von „Scientists for Future“ angeschlossen.

„Diese Anliegen [der Schülerinnen und Schüler] sind berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus“, schreiben die Wissenschaftler in einer Stellungnahme. Es komme darauf an, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und welt-weit spätestens zwischen 2040 und 2050 auf null zu reduzieren.

Vor allem die Politik stehe nun in der Verantwortung, zeitnah die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. „Insbesondere muss klimafreundliches und nachhaltiges Handeln einfach und kostengünstig werden, klimaschädigendes Handeln hingegen unattraktiv und teuer (zum Beispiel durch wirksame CO2-Preise, Einstellung von Subventionen für klimaschädliche Handlungen und Produkte“, heißt es in der Stellungnahme.

(gst)