Dritte Verhandlungsrunde für die Druckindustrie ergebnislos

ver.di kündigt weitere Proteste an

Berlin, 18.05.2011 - Auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 160.000 Beschäftigten der Druckindustrie ist ohne Ergebnis geblieben. "Die Arbeitgeber beharren auf ihren Forderungen zur Kostensenkung und lehnen unsere berechtigte Lohn- und Gehaltsforderung ab", kritisierte der Verhandlungsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke und kündigte an, dass die Beschäftigten in den kommenden Tagen und Wochen mit weiteren Protesten ihren Forderungen Nachdruck verleihen würden.

Angesichts deutlicher Umsatzsteigerungen in den vergangenen Monaten und einer Inflationsrate von allein schon 2,4 Prozent sei die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld gerechtfertigt. Zudem habe ver.di tarifpolitische Antworten durch die im fortschreitenden Strukturwandel entstandenen Zukunftsfragen für die Branche formuliert. Dazu gehöre unter anderem die Schaffung eines Arbeitgeberbeitrags von 400 Euro pro Beschäftigten und Jahr für die Altersvorsorge, sowie die Möglichkeit für über 55-jährige, ihre Arbeitszeit um bis zu 7 Stunden pro Woche verkürzen zu können, wobei der dadurch entstehende Lohnverlust zur Hälfte ausgeglichen werden soll. Um die Verdrängung tariflich geschützter Arbeitsverhältnisse durch Leiharbeit und Werkverträge in der Druckindustrie zu beenden, soll ein tariflicher Anspruch auf gleichen Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen für Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer eingeführt werden.

Die Vertreter des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM) hätten hingegen kein Zukunftskonzept. "Die Arbeitgeber haben sich mit ihren Forderungen nach einer Verlängerung der Arbeitszeit, Absenkung der Helferbezahlung, Reduzierung der Beschäftigtenzahl an den Druckmaschinen und Abschaffung des Fachkräfteschutzes in der Druckindustrie vollkommen verrannt", machte Werneke deutlich. Wer den Manteltarifvertrag derart verschlechtere, beschleunige nur den ohnehin schon statt findenden Arbeitsplatzabbau in der Druckbranche.

Im Vorfeld zur dritten Verhandlungsrunde in Frankfurt/Main haben sich bundesweit 5.000 Beschäftigte in über 60 Betrieben an Warnstreiks beteiligt. Die Verhandlungen wurden flankiert von einer Protestveranstaltung, an der sich rund 200 Streikende aus Hessen beteiligten.

Die Verhandlungen werden am 31. Mai in München fort gesetzt.