Vor 60 Jahren:

Der große Streik für Lohnfortzahlung.

22.10.2016: Die IG Metall Kiel-Neumünster erinnert in diesen Wochen mit einer Reihe von Veranstaltungen  (Vorträgen, Fotoausstellung Stadtrundgang) an zwei wichtige Ereignisse in der Geschichte der Metaller: Der Dachverband der Metallarbeitergewerkschaften wurde vor 125 Jahren gegründet und die Arbeiterinnen und Arbeiter der schleswig-holsteinischen Metallindustrie streikten vor 60 Jahren 16 Wochen lang für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Peter Seeger, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IGM leitete die Auftaktveranstaltung im Kieler Gewerkschaftshaus mit der Feststellung ein: „Geschichte wiederholt sich nicht und die gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen sind im ständigen Wandel. Das ist richtig, dennoch gilt auch eine alte Weisheit: Wenn du nicht mehr weißt, wohin du gehst, dann dreh dich um und schau, woher du kommst.“

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Stuttgarter Zeitung 1961

NaziSH

So braun war die Nachkriegspolitik in Schleswig-Holstein

Nach Forschungen Flensburger Historiker wird klar: In Schleswig-Holstein haben ehemalige NSDAP-Mitglieder eine größere Rolle gespielt als in anderen Bundesländern. Eine Übersicht mit Grafiken.

Extern! shz

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http://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/politik/so-braun-war-die-nachkriegspolitik-in-schleswig-holstein-id13378526.html

Die braunen Ministerriegen zu Kiel

Schleswig-Holsteins Parlament und Regierung waren über Jahrzehnte von Nazis dominiert

In den Kieler Landeskabinetten der Jahre 1950 bis 1971 saßen durchgehend 67 bis 76 Prozent frühere NSDAP-Mitglieder. Das ergab eine Studie, die im Auftrag des Landtags erstellt wurde.

Extern !! neues Deutschland

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http://www.neues-deutschland.de/artikel/1011699.die-braunen-ministerriegen-zu-kiel.html

 

Georg Weber – Arzt, Revolutionär und Briefpartner von Marx

Kiels erster Kommunist


“Um unsern Zustand zu vermenschlichen, ist es vor allem nöthig, daß wir den wirklichen, ganzen Menschen als berechtigt anerkennen. Sein Bedürfniß gibt den Werth.“ Georg Weber (1844)

2016 jährt sich der 200. Geburtstag und 125. Todestag des Kieler Arztes Georg Weber, Kommunist, gendfreund und Briefpartners von Marx: Am 9.4.1816 in Kiel geboren und dort am 8.12.1891 gestorben. „Deutscher Arzt, Mitarbeiter der Pariser Zeitung 'Vorwärts!', wirkte 1846 aus Kiel für das Kommunistische Korrespondenzkomitee; Teilnehmer der Revolution 1848/49 und am Krieg in Schleswig-Holstein gegen Dänemark; emigrierte 1851 in die USA, kehrte 1861 nach Kiel zurück; reund von Marx.“ (1) Soweit die kurze Information in der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA). nd auch in einer Dissertation des Pathologischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität Kiel aus dem Jahre 1960 über die Kieler Arzt- und Gelehrtenfamilie Weber wird Georg Weber eher beiläufig gewürdigt. Über sein politisches Engagement heißt es dort lediglich, dass er 1848 in der schleswig-holsteinischen Armee kämpfte und diese 1851 verließ und nach Amerika ging, da er „politisch sehr 'freisinnig'“ war.(2)

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Die Macht lag auf der Straße 

Revolution und Konterrevolution in der DDR 1989/90

Zum 25. Jubiläum des Mauerfalls veröffentlicht sozialismus.info in den nächsten Wochen eine Reihe von Artikeln, die anlässlich des 20. Jahrestags vor fünf Jahren verfasst wurden. „Liebe Freunde, Mitbürger, es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen nach all den Jahren der Stagnation, der geistigen, wirtschaftlichen, politischen, den Jahren von Dumpfheit und Mief, von Phrasengedresch und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit. Welche Wandlung! Vor noch nicht vier Wochen: Die schön gezimmerte Tribüne hier um die Ecke, mit dem Vorbeimarsch, dem bestellten, vor den Erhabenen! Und heute! Heute hier, die Ihr Euch aus eigenem freien Willen versammelt habt, für Freiheit und Demokratie und für einen Sozialismus, der des Namens wert ist.“ Mit diesen Worten begann der Schriftsteller Stefan Heym am 4. November 1989 seine Rede vor bis zu einer Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz

Extern !! sozialismus.info (SAV)

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https://www.sozialismus.info/2014/11/die-macht-lag-auf-der-strasse/

Die Keule "Unrechtsstaat" wieder einpacken

Schorlemmer

Die DDR sei ganz sicher kein Rechtsstaat gewesen, sagte der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Theologe Friedrich Schorlemmer im DLF. Aber die Lebensleistung der Menschen dürfe nicht deligitimiert werden, indem die DDR generell als Unrechtsstaat bezeichnet werde. Das sei eine "untaugliche Begriffskeule".

Die Geschichte der DDR müsse differenziert betrachtet werden, sagte der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Theologe Friedrich Schorlemmer im Deutschlandfunk. Er wies dabei auch die Aussage von Bundespräsident Joachim Gauck zurück, der am Donnerstag bekräftigt hatte, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei. Es müsse reichen, dass die DDR kein Rechtsstaat mit geregelter Gewaltenteilung gewesen sei, in dem auch grobes Unrecht ausgeübt worden sei, sagte Schorlemmer. Das Ganze als Unrechtsstaat zu bezeichnen, führe in die Irre. 

Wenn man die DDR verstehen wolle, müsse man auch die Begriffskeule "Unrechtsstaat" wieder einpacken und auch die Urabsichten der DDR 1949 berücksichtigen. "Die DDR war ein Versuch", sagte Schorlemmer. Es habe auch Kommunisten gegeben, die hehre Ziele verfolgt hätten. Das sei dann aber mit untauglichen Mitteln geschehen. Zudem müsse auch gewürdigt werden, dass die DDR damals nicht die Mittel in dem drohenden Bürgerkrieg eingesetzt habe, die ihr zur Verfügung gestanden hätten, sagte Schorlemmer. Man müsse anerkennen, dass die "DDR friedlich den Machtlöffel abgegeben hat." 

 

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Glanz und Elend der II. Internationale

„Proletarier aller Länder, vereinigt euch im Frieden und

schneidet euch die Gurgel ab im Kriege!“

(Rosa Luxemburg 1915)

 

Int

01. August 2014 Es fällt schon auf, dass die Sozialdemokratie den 125. Gründungstag der Sozialistischen Internationale – als deren Erbe sie sich versteht - erinnerungs- und feierlos verstreichen lässt. Zu unangenehm ist ihr wohl die zeitliche Nähe zum Beginn des 1. Weltkrieges, als die Parteien der Sozialistischen Internationale nur 25 Jahre später ihre Prinzipien des proletarischen Internationalismus einer Burgfriedenspolitik mit der herrschenden Klasse opferten und auf sozialchauvinistische Positionen übergingen. Am augenfälligsten wurde dies mit der Bewilligung der Kriegskredite durch die deutsche sozialdemokratische Reichstagsfraktion am 4. August 1914. Dieser Tag markiert gleichzeitig das Ende der II. Internationale. „Sozialchauvinismus ist das Eintreten für die Idee der Vaterlandsverteidigung in diesem Kriege. Aus dieser Idee ergibt sich weiter der Verzicht auf den Klassenkampf während des Krieges, die Bewilligung der Kriegskredite usw. (...) denn was sie verfechten, ist in Wirklichkeit nicht die 'Verteidigung des Vaterlandes' im Sinne des Kampfes gegen eine Fremdherrschaft, sondern das 'Recht' dieser oder jener 'Großmächte, Kolonien auszuplündern und fremde Völker zu unterdrücken. Die Sozialchauvinisten machen den Volksbetrug der Bourgeoisie mit, indem sie dieser nachsprechen, der Krieg werde geführt, um die Freiheit und Existenz der Nationen zu verteidigen, und damit gehen sie auf die Seite der Bourgeoisie über.“ (Lenin, Sozialismus und Krieg 1915)

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"Die gewaltigste Revolution in der Weltgeschichte"[1]

Carl Legien - ein Kieler Reichstagsabgeordneter in

Krieg und Revolution 1914 - 1919

CarlLegien

In Kiel begann die deutsche Revolution von 1918, die dem Weltkrieg und der Hohenzollernherrschaft ein Ende setzte. Kieler ArbeiterInnen und in Kiel stationierte Soldaten hatten bereits während des Krieges Aktionen gegen schlechte Lebensmittelversorgung, gegen Behördenwillkür, für die Solidarität mit gemaßregelten Kollegen und für den Frieden durchgeführt. Kiel sah mit Gustav Noske den späteren Schlächter der Revolution am Beginn seiner verhängnisvollen Nachkriegs-Tätigkeit. Die "Bitte, wenn irgend möglich, hervorragenden sozialdemokratische Abgeordneten hierherzuschicken, um im Sinne der Vermeidung von Revolution und Revolte zu sprechen", hatte der kaiserliche Gouverneur, Admiral Souchon, am 3.11. nach Berlin telegrafiert;[2] als der kam, stellten ihn die aufständischen Soldaten an die Spitze des Soldatenrats und machten ihn kurz darauf zum Gouverneur. In Kiel gab es den ersten Arbeiterrat bereits Anfang 1918. Gustav Garbe, ein Kieler Metallarbeiter und Gewerkschaftsfunktionär, der zunächst Kriegsbefürworter und Burgfriedenspolitiker war und dem dann die revolutionären Aktionen in Kiel eigentlich viel zu schnell vonstattengingen, wurde als Nachfolger Noskes für kurze Zeit Gouverneur in Schleswig-Holstein. Unser Gewerkschaftshaus diente den ArbeiterInnen und Soldaten vielfach als Versammlungsort. Mit der Versammlung von 250 Matrosen des gerade nach Kiel verlegten III. Geschwaders der Hochseeflotte am Abend des 1. November 1918 begann die Organisierung einer Bewegung, die sich dann aber doch recht spontan und ungeordnet entwickelte und unmittelbar in den revolutionären Aufstand überging. Ihr erstes Ziel war die Befreiung der wegen Meuterei gefangen genommenen Kameraden; sie hatten sich geweigert, zu einem letzten Todeskampf gegen die englische Flotte auszulaufen.

 

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"Für einen Platz an der Sonne"

Zur Verantwortung des deutschen Imperialismus am Ausbruch des Ersten Weltkrieges

Der Beginn des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren ist Gegenstand einer Reihe neuer Veröffentlichungen und findet offensichtlich in einem größeren Leserkreis Interesse. In der aktuellen Sachbuch-Bestseller-Liste des “Spiegel” rangieren Christopher Clarks “Die Schlafwandler” und Herfried Münklers “Der Große Krieg” auf den Plätzen 2 und 5. Gemeinsam ist beiden Büchern, dass sie wenig zu den ökonomischen und machtpolitischen (imperialistischen) Ursachen des Kriegsausbruchs sagen, sondern sehr detailreich ein sog. “Hineinschlittern in den Krieg” an psychologischen und politisch-diplomatischen Gründen aller beteilgten politisch Verantwortlichen festmachen. Dadurch wird vor allem erreicht, dass die herausragende Rolle des deutschen Militarismus der Junker und Schwerindustriellen als Kriegsverursacher relativiert wird.

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