Daten/Fakten  

   

Thyssenkrupp (TK)

Umwelt- und Menschenrechte nachbessern !

26.1.2017, Bochum- Zur morgigen Thyssenkrupp-Hauptversammlung fordert ein NGO-Bündnis den Konzern dringend auf, bei Umwelt- und Menschenrechten nachzubessern: Thyssenkrupp (TK) liefert seine Kriegsschiffe und U-Boote in Krisenregionen der Welt, aktuell etwa nach Ägypten und Israel. Trotz anhaltender Menschenrechtsverletzungen durch das Militär wurde im Dezember 2016 ein U-Boot an Ägypten übergeben.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich Ägypten mit der Golfallianz am Krieg im Jemen beteiligt. Über 6.000 Menschen wurden getötet, etwa die Hälfte der Bevölkerung hungert – auch aufgrund einer von Saudi-Arabien und Ägypten durchgesetzten Seeblockade. Neuen Ärger bringt die Bestellung von drei U-Booten aus Israel. Das Geschäft steht im Verdacht der Vetternwirtschaft, gegen Premier Netanjahu und auch bei TK laufen Ermittlungen. „2016 war für die Marinesparte ein Jahr der Niederlagen und Skandale. Höchste Zeit, sie komplett neu aufzustellen“, fordert Barbara Happe von urgewald.

LIEFERKETTEN

Für die von TK gekaufte Kokskohle aus den Minen von Vale und Rio Tinto in Mosambik wurden Menschen in Gebiete umgesiedelt, die keinen Zugang zu sauberem Wasser oder Möglichkeiten des Broterwerbs bieten. Sie wurden dafür nie angemessen entschädigt. Obwohl das Bündnis Stop Mad Mining (http://stop-mad-mining.org/) TK schon im Sommer 2015 über die Missstände informierte, hat der Konzern immer noch keine Verantwortung für Menschenrechte in seiner Lieferkette übernommen, wie es die UN-Leitprinzipien vorschreiben. „So macht sich Thyssenkrupp mitschuldig an den Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen seiner Lieferanten“, sagt Anna Backmann von der Christlichen Initiative Romero (CIR). CIR und die NGO SumOfUs haben über 30.000 Unterschriften gesammelt, die den Konzern zum sofortigen Handeln auffordern.

STAHLWERK

Noch immer steht das Thyssenkrupp-Stahlwerk TKCSA im brasilianischen Rio de Janeiro massiv in der Kritik. „Seit zehn Jahren protestieren die lokalen Fischer wegen ihrer Einbußen beim Fischfang durch den Bau des Stahlwerks. Noch immer haben sie keine Entschädigung erhalten“, kritisiert Igor Birindiba Batista vom Netzwerk Kooperation Brasilien (KoBra). Zu ihren 5.763 Klagen kommen rund 300 Zivilklagen der Anwohner*innen aufgrund des gesundheitsgefährdenden Stahlwerkstaubs. „Statt Verantwortung zu übernehmen, plant TK den Verkauf des Werks“, kritisiert Christian Russau von den Kritischen Aktionären. Er stellt zudem infrage, ob dessen Betrieb legal ist. „Das Werk hat nur dank einer richterlichen Eilverfügung die Betriebsgenehmigung erhalten, im Dezember 2016 erhob die Staatsanwaltschaft erneut Anklage. TK drohen Schadenersatz und Geldstrafen. „Hätte der Konzern auf die Kritik gehört, wäre ihm das Milliardengrab erspart geblieben.“

Weitere Informationen:

Gegenanträge herunterladen:http://www.kritischeaktionaere.de/fileadmin/Dokumente/Gegenantraege_2017/KA-Gegenantraege_Thyssenkrupp_HV_2017.pdf 

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