Ehrung für Carl von Weizäcker:

DIE LINKE bleibt fern.

Die Ratsfraktion DIE LINKE wird nicht an der Ehrung für Carl von Weizäcker teilnehmen, um protestierend auf seine Nazi-Vergangenheit hinzuweisen.  „Die Stadt versäumt es völlig auf den fundamentalen Widerspruch in dem Leben von Carl von Weizäcker einzugehen. So war er nicht nur Mahner des Friedens, sondern forschte für die Nationalsozialisten an der Atombombe. Es ist womöglich eine Wandlung vom Saulus zum Paulus, aber eine Ehrung bei totaler Ausblendung dieses 'Saulus' empfinde ich einfach als unehrlich und verstörend“, so der Fraktionsvorsitzende Florian Jansen.

Während die Stadt in ihrer Pressemitteilung Carl von Weizäcker lediglich als Mahner und Prophet des Friedens bezeichnet, verschweigt sie entscheidende Passagen im Leben des Kieler Atomphysikers. Im zweiten Weltkrieg arbeitete er – durchaus mit Begeisterung - für die Nazis an der Entwicklung einer Atombombe, wofür er sich nicht nur der lobenden Worte von Albert Speer gewiss sein konnte. Nach dem Krieg erfolgte der radikale Wandel zum fundamentalen Pazifisten. Wenn man sich entscheidet diese späteren Leistungen mit Stolz zu würdigen, so sollte man doch und gerade dunkle Kapitel der Geschichte nicht einfach verschweigen.

Ratsfraktion DIE LINKE. Kiel

Marco Höne

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