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Blumen für Gudendorf

Samstag, 4. Mai 2019, 14 Uhr 

Gedenkstätte Vierthstraße, 25693 Gudendorf/Dithm.

 

Grußworte: 

Bürgermeister der Gemeinde Gudendorf Werner Höfs,

Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs und 

ein Vertreter des Konsulats der Russischen Föderation Hamburg

Dirk Wilke + Windmoel Lieder gegen Krieg und Gewalt

Gedenkrede: Dr. Reimer Möller, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Andacht: Irmgard Jasker und Dr. Dieter Stein

Im Anschluss an die Veranstaltung sind alle zu einer Gesprächsrunde in 

„Uns Dörpshus“ eingeladen. Verantw.: Initiative „Blumen für Gudendorf“

c/o Benno Stahn, An den Birken 18, 24111 Kiel

 

Aufruf der Initiative „Blumen für Gudendorf“ zur Gedenkveranstaltung am 4. Mai 2019 an der Gedenkstätte für sowjetische Kriegsgefangene in Gudendorf (Dithmarschen)

Für Frieden und Freundschaft mit Russland

Jedes Jahr um den 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus, ruft die Initiative „Blumen für Gudendorf“ zu einer Mahn- und Gedenkkundgebung nach Gudendorf in Dithmarschen auf. Hier befinden sich Massengräber für sowjetische Soldaten , die zwischen 1942 und 1945 in deutscher Kriegsgefangenschaft den Tod fanden. Seit 1983 treffen sich an dieser Stelle regelmäßig Bürgerinnen und Bürger aus ganz Schleswig- Holstein, um zu erinnern und eine Politik des Friedens und der Freundschaft mit Russland einzufordern. Die militärische Konfrontation ist friedensgefährdend und sollte einer Sicherheitspartnerschaft in ganz Europa Platz machen. Die feindliche Haltung gegenüber Rußland gefährdet die Lebensinteressen nicht nur der Deutschen, sondern aller Völker Europas.

Bewusst bezieht unser Appell, den wir von Gudendorf aus an die Öffentlichkeit richten, stets die politische Situation mit ein, die aktuell vom Wiederaufleben von Rassismus und Faschismus in Deutschland und verschiedenen anderen Ländern Europas gekennzeichnet ist. Insbesondere beunruhigt uns aktuell die Bedrohung des Friedens durch die Kündigung des INF- Vertrages durch die USA.

Die Initiative „Blumen für Gudendorf“ wurde 1983 von Personen aus der Friedens- und antifaschistischen Bewegung Schleswig- Holsteins ins Leben gerufen. Seitdem war es ihr Bestreben, den Gedenkort im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu verankern und weiter nach Spuren zu suchen, um die Verbrechen des NS- Regimes gegen Menschlichkeit und Völkerrecht sichtbar zu machen. Massenhafte Vernichtung von Dokumenten nach dem Krieg hat der Initiative diese Arbeit schwer gemacht.

Nach mehr als 70 Jahren ist diese Arbeit noch nicht beendet. Noch immer sind nicht alle Namen der in den Massengräbern liegenden Kriegsgefangenen und Zwangsverschleppten bekannt, so arbeiten wir auch in Zukunft an der Aufarbeitung der Geschichte. In letzter Zeit wurde die jahrelange ehrenamtliche Arbeit durch eine zeitlich begrenzte hauptamtliche personelle Maßnahme unterstützt. Die Historikerin Verena Meier wird Mitte des Jahres ihre Forschungsergebnisse vorlegen. Die Initiative wird nicht aufhören, der Geschichte auf den Grund zu gehen und an der selbst gestellten Aufgabe aus moralischen und politischen Gründen weiter zu arbeiten. In der Vergangenheit konnten für die Veranstaltungen aus Anlass des Tages der Befreiung kompetente Redner aus Schleswig- Holstein, Hamburg und Niedersachsen gewonnen werden, darunter Minister, Politiker, Theologen und Kulturschaffende, die unser Anliegen unterstützen. Als Redner konnten wir außerdem Vertreter des russischen Generalkonsulats in Hamburg begrüßen. So wird es auch in diesem Jahr sein. Hauptredner ist Dr. Reimer Möller, Leiter des Archivs der KZ- Gedenkstätte Neuengamme.

Wir rufen auf: Beteiligen Sie sich an der Gedenkveranstaltung am 4. Mai 2019