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Veranstaltungshinweis:

Freitag, 31. Mai 2019, 18 Uhr,

Lichtsaal, Legienhof, Legienstr. 22, Kiel

 

Doppelter Selbstmord? 

Die Menschheit verspielt mit Aufrüstung und

Erderwärmung ihre Zukunft

In den 1980er Jahren bildete die Atomkraft die Klammer für das Erstarken von Friedensbewegung und der Umweltbewegung, denn sowohl ihre zivile wie ihre militärische Nutzung können die Menschheit vernichten. 

Bis heute hat es zwei militärische Super GAUs in Hiroshima und Nagasaki gegeben und zwei zivile Super GAUs in Tschernobyl und Fukushima. Friedensbewegung und Umweltbewegung haben sich gegenseitig gestützt und konnten die Mehrheit der öffentlichen Meinung für sich gewinnen. Auch heute brauchen wir angesichts von Aufrüstung, Beendigung der Rüstungskontrolle und Naturzerstörung das Bündnis von Friedensbewegung und Umweltbewegung. Beide warnen vor der realen Gefahr der Selbstvernichtung der Menschheit. Die einen weil die Eskalationsdynamik der Hochrüstung wieder in Gang gesetzt wurde, die anderen weil die Folgen der vom Menschen verursachten Erderwärmung negative Folgen auslöst, die mit unserem Leben unvereinbar sind. Die Atomwaffen sind der schnelle Selbstmord, der Klimawandel der langsame Selbstmord. Papst Franziskus hat das in der Öko-Enzyklika Laudato Si‘ so beschrieben: „Infolge einer rücksichtslosen Ausbeutung der Natur läuft der Mensch Gefahr, die Natur zu zerstören und damit selbst zum Opfer dieser Zerstörung zu werden.“ 

Klimaschutz braucht Abrüstung. Rüstung und vor allem der Einsatz von Waffen sind für die Betroffenen eine Katastrophe, darüber hinaus tragen sie aber auch zur Klimakatastrophe bei. Abrüstung würde Gelder freisetzen für den Klimaschutz. Seit Wochen demonstrieren und streiken weltweit hunderttausende junger Menschen für ihre Zukunft, den Klimaschutz und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Erneut gilt: Friedensbewegung und Umweltbewegung müssen zusammenarbeiten. Sie kämpfen für den Frieden, gegen hemmungslose Zerstörung, verantwortungslosen Raubbau und unkontrollierte Macht. Ihr Schwerpunkt sind verschiedene Felder, aber im gemeinsamen Sinne ist ihr Anliegen der menschliche Fortschritt. Uns macht stark, dass die große Mehrheit der Menschen den Frieden will, den Frieden auf der Erde und den Frieden mit der Natur. Mit dem Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschland Michael Müller wollen wir die Zusammenhänge von Klimaveränderung, Flucht und Militarisierung diskutieren. 1983 bis 2009 war er für die SPD im Bundestag und von 2005 bis 2009 Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt.

(Veranstalter: Kieler Friedensforum, DGB)