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Gruß aus Finnland:

Ein Meer des Friedens!

Zunächst wünsche ich sehr viel Erfolg für alle Veranstaltungen in Verbindung mit dem Ostermarsch 2018! Leider ist es mir diesmal nicht möglich dabei zu sein aber ich hoffe für die Zukunft auf eine intensive Zusammenarbeit mit allen Organisationen, Gruppen und Bewegungen, die für Frieden und für die Umwelt arbeiten.

In Finnland und Schweden wird die Sitution in Hinsicht auf Militarisierung immer schlimmer. Noch sind wir nicht Nato-Mitglieder, aber unsere Länder haben nach und nach die Zusammenarbeit mit der Allianz sehr schnell vertieft und heute fehlt de facto nur die Unterschrift. Unsere früher neutralen Länder nehmen an grossen internationalen Kriegsübungen teil, vor allem in der Ostsee-Region und im hohen Norden.

Die Nato breitet sich auf allerlei Weise im Ost-Europa und in der Ostsee Region aus, Atomwaffen werden modernisiert und Roboterkriege geplant. Russland wird von der Nato und den USA umkreist und die USA nähert sich die schon jahrelang gewünschte ”full Spectrum dominance.”

Mit den Worten von Mikhail Gorbatjov in der Englischen Zeitung Independent 9.7.2016: „Die Nato hat Vorbereitungen für die Eskalation vom Kalten Krieg in einen heißen begonnen.“

Die Bewegungen Frauen für den Frieden und Frauen Gegen Atomkraft in Finnland, in denen ich aktiv bin, haben zusammen mit Friedens- und Umweltbewegungen in Schweden neulich einen Aufruf für die Ostsee initiiert. Rund 70 Organisationen in der Ostsee Region haben den Aufruf bis heute unterschrieben.

Wir wollen EIN MEER DES FRIEDENS - Frieden zwischen den Völkern und Schutz für die Umwelt!

Wir fordern alle Regierungen aller Ostsee-Anrainerstaaten auf, mit ihren finanziellen Mitteln die Ostsee zu retten, statt Waffen und andere umweltschädliche Aktivitäten zu finanzieren!

Wir beabsichtigen, eine Debatte über die militärischen Bedrohungen im Ostseeraum zu initiieren. Wir wollen Politiker, Friedensinstitute, Friedensforscher, Künstler, bekannte Persönlichkeiten, NGOs und sozial engagierte Bürger im gesamten Ostseeraum dazu bewegen, an unserem Projekt teilzunehmen, um die Ostsee zu einem MEER DES FRIEDENS zu verwandeln – Frieden zwischen den Völkern und Schutz für die Umwelt!

In den nächsten Tagen werden wir den Aufruf an allen Regierungen, Parlamentariker, betroffenen Behörde und Institutionen schicken. Und wir fordern jetzt auch Sie auf diesen Aufruf so weit wie möglich in Deutschland und anderswo in der Ostee Region zu verbreiten, Politiker zu informieren, Pressemitteilungen und Leserbreife zu schreiben.

Vielleicht ist jetzt eine gute Gelegenheit President Frank-Walter Steinmeier an seine eigenen Wörte, damals Bundesaussenminister, vom Juni 2016 zu erinnern als er gesagt hat:

„Was wir jetzt nicht tun sollten, ist durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anzuheizen... Wer glaubt, mit symbolischen Panzerparaden an der Ostgrenze des Bündnisses mehr Sicherheit zu schaffen, der irrt... Wir sind gut beraten, keine Vorwände für eine neue, alte Konfrontation frei Haus zu liefern...

Die Geschichte lehrte, dass neben dem gemeinsamen Willen zur Verteidigungsbereitschaft auch immer die Bereitschaft zum Dialog und Kooperationsangebote geben müsse... Und deswegen müssen wir mit unseren Partnern auch wieder verstärkt über den Nutzen von Abrüstung und Rüstungskontrolle für die Sicherheit in Europa sprechen.“

Zum Schluss möchte ich noch mitteilen, dass wir im Herbst versuchen werden, wahrscheinlich in Schweden, ein gemeinsames Treffen für alle Unterzeichner des Aufrufs zu veranstalten, wo wir gemeinsame Projekte und zukünftige Zusammenarbeit besprechen können, um damit Frieden in der Ostsee Region und in der ganzen Welt zu fördern.

Zusammen werden wir stärker! Nochmals viel Erfolg für heute und die nächsten Tagen.

Ulla Klötzer

Frauen für den Frieden – Finnland

Frauen Gegen Atomkraft - Finnland