- Article Information
- Created on 26. Januar 2026
Die Provokationen der NATO-Anrainer in der Ostsee gegen Russland spitzen sich zu
Am 11. Januar 2026 haben deutsche Behörden eine „Kraftprobe“ auf der Ostsee durchgeführt. Der sog. „Zombie-Tanker“ „Tavian“ wurde zum Umdrehen gezwungen. Eigentlich war der Tanker auf dem Weg nach Russland zum Ladehafen bei St. Petersburg. Die Deutschen wollten das Schiff vor Fehmarn polizeilich stoppen. Die Besatzung des Tankers erhielt im Großen Belt eine Nachricht von der beabsichtigten Polizeiaktion durch das Einsatzschiff „Bayreuth“. Daraufhin kehrte die „Tavian“ vor Langeland um, fuhr zurück Richtung Nordatlantik. Vermutlich um dann Murmansk als Ladehafen anzulaufen.
Bereits im Dezember kam die „Tavian“ mit einer Ladung Öl aus Primorsk in Russland und lieferte es in die Türkei. Die Rückreise in die Ostsee wurde nun gestoppt.
Die deutschen Behörden und das Militär versuchen einen Vorwand zu finden, um Schiffe festzusetzen, die Sanktionen gegen Russland unterlaufen. Nach internationalem Seerecht ist es nur innerhalb der 12 Meilen Zone möglich ein Schiff zu kontrollieren und festzusetzen, allerdings nur durch den Flaggenstaat des Schiffes oder wenn es einen Hafen anläuft.
Jetzt wird behauptet, der Flaggenstaat Kamerun, der erst seit 2024 einen Billigflaggenstatus betreibt, würde sogenannte Seelenverkäufer und Schattenflotten-Tanker versichern. Die „Tavian“ habe unter einem neuen Namen im März 2025 von einer Chinesischen Werft eine neue IMO-Baunummer erhalten und das sei rechtswidrig. Die Frage ist nur, nach oder mit welchem Recht darf Deutschland ein Schiff im internationalen Gewässer kontrollieren und festsetzen.
Wenn sich Deutschland dieses Recht des Stärkeren (gerade sehr beliebt!!!) herausnimmt, könnten andere Staaten dies genauso tun und sogn. „Seelenverkäufer“ gibt es weltweit massenhaft auf See. Billigflaggenschiffe sind auch in den EU-Staaten beliebt und sozusagen in die Mode gekommen, um Versicherungs- und Seemannskosten zu sparen. Es geht also nur darum den Krieg gegen Russland anzuheizen.

In der Vergangenheit gab es mehrfach Provokationen gegen russische Schiffe. Als das russische RoRoCargo-Ship „Adler“ im Öresund im Dezember 2025 einen Motorschaden hatte und vor Anker ging, wurde das Schiff von einem schwedischen Bordingteam geentert und durchsucht. Das Schiff steht auf der Sanktionsliste der EU und wird angeblich zum Transport von Militärgerät eingesetzt. Es wurde von der schwedischen Regierung eine Festsetzung geprüft.
Ähnliches passierte zuvor einem chinesischen Containerschiff, das kurzzeitig in Schweden festgesetzt wurde, weil es angeblich auf dem Weg aus Russland Unterwasserkabel beschädigt haben soll. Es wurde auch anderen Schiffen vorgeworfen, sie hätten ihren Anker schleifen lassen, um gezielt Telekommunikationskabel in der Ostsee zu zerstören. Nachgewiesen werden konnte es bisher nicht. Desweiteren gab es Vorwürfe, dass von russischen Schiffen aus gezielt Drohnen zur Spionage von Militär und Infrastruktur in Deutschland, Dänemark und Schweden gestartet werden. Bislang ohne Beleg.

Besonders krass war die Festsetzung des Frachters „Scanlark“ Ende August 2025 in Kiel, der angeblich mit einer Drohne kurz vor dem Militärmanöver Northern Coast den Kieler Hafen ausspioniert haben soll, während gerade im Kieler Marinestützpunkt 30 Marineeinheiten aus 12 Nationen lagen. Bei der Razzia auf der „Scanlark“ wurde die gesamte Navigationsausrüstung des Schiffes durch den „robusten Polizeieinsatz“ zerstört und beschlagnahmt, um Spionagebeweise zu finden. Die Flensburger Staatsanwaltschaft prüfte den Fall wegen „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“. Aber offensichtlich ergebnislos. Weder wurde das Schiff beschlagnahmt, noch wurde die Crew festgenommen. Das Schiff lag trotzdem längere Zeit fest, weil es ohne Navigationseinrichtung nicht mehr seetüchtig war. (uws)
- Article Information
- Created on 26. Januar 2026
Erpressung aus den USA:
Grönland braucht Unterstützung, um sich aus der Schlinge zu befreien
(Quelle: Wikipedia)
Vor genau einem Jahr, am 8. Januar 2025, hieß es an dieser Stelle (im „Arbejderen“, dem wir den Beitrag entnommen haben): „Grönland und die grönländische Bevölkerung wurden in diesen Tagen und Wochen brutal auf die große politische Bühne geworfen.“ Und weiter: „Das Recht der Grönländer, selbst über ihre Zukunft zu entscheiden, muss vorbehaltlos unterstützt werden, und jede Form von Einmischung, jede Form von Erpressung und Bestechung, der sie ausgesetzt sind, muss verurteilt werden. Unabhängig davon, ob sie aus den USA, Dänemark oder anderen Ländern kommt.“
Auf den ersten Blick scheint sich derzeit alles zu wiederholen, auch wenn das Drama um Grönland diesmal auf einer deutlich höheren Spannungsskala stattfindet.
Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied zu vor einem Jahr: Die brutal wirksame Aggression der USA gegen Venezuela am 3. Januar und die Entführung des Staatsoberhauptes und seiner Frau haben jeden Zweifel daran ausgeräumt, ob die Regierung im Weißen Haus bereit ist, Trumps Worten Taten folgen zu lassen. Das ist sie. Und das tut sie auch.
Venezuela wurde das erste Opfer der neuen Sicherheitsstrategie der USA. Es wurde deutlich, dass der US-Imperialismus mit Gewalt und Macht – und mit allen anderen Mitteln – die Kontrolle über die westliche Hemisphäre erlangen will. Und die Botschaft, die mit dem Eroberungsfeldzug gegen Venezuela ausgesendet wurde, ist in der gesamten westlichen Hemisphäre verstanden worden: Wenn ihr euch nicht fügt, nehmen wir uns das Recht selbst. Unabhängig davon, welche internationalen Normen und Regeln gelten mögen.
Derzeit wird berichtet, dass die Trump-Regierung ein sogenanntes Kaufangebot ausarbeitet, also einen konkreten Plan, um die totale Kontrolle über Grönland zu erlangen. Natürlich ist die USA an den natürlichen Ressourcen interessiert, aber was als nationale Sicherheitsinteressen bezeichnet wird, steht ganz im Vordergrund.
Bei einem solchen Kaufangebot sind alle möglichen Szenarien denkbar – nur die Fantasie setzt Grenzen: Investitionen in den Polartourismus im Austausch für mehr Stützpunkte als die Pituffik Space Base? Oder wie wäre es mit Immobilieninvestitionen im großen Stil, einem Siedlungsplan für amerikanische Siedler im Austausch für die Errichtung von Langstreckenraketensystemen, die bis nach Russland oder sogar bis nach China reichen können?
Ein sicherheitspolitischer Berater schlug am Mittwochabend (Mitte Januar) im DR-Fernsehen vor, dass Dänemark nun mit konkreten Vorschlägen aufwarten müsse: Kann eine amerikanische Militäraktion oder Annexion mit Gewalt abgewendet werden, indem man den USA mehr Stützpunkte in Grönland zur Verfügung stellt, Boden-Luft-Raketensysteme aufstellt oder Radaranlagen entlang der Ostküste errichtet?
In jedem Fall ist eine Militarisierung Grönlands, der Arktis und des Nordens zu erwarten.
Die politische Krise ist unter den Machthabern offensichtlich und betrifft auch die EU und die NATO-Allianz, die nach der Machtdemonstration der USA in Venezuela bloßgestellt, entblößt und machtlos dastehen. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sieht mit Schrecken in die Zukunft:
„Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, ist alles vorbei“, räumte sie vor einigen Tagen ein.
Und unter den dänischen Politikern und Meinungsbildnern gibt es tiefe Risse in dem Konsens, der seit der Invasion Russlands in der Ukraine vor knapp vier Jahren völlig dominiert hat.
Der konservative (dänische) Grönland-Sprecher Rasmus Jarlov erklärte gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender CNN: „Die USA behaupten, dass sie die einzigen sind, die Grönland schützen werden, aber tatsächlich sind es die USA, die Grönland bedrohen. Weder China noch Russland tun dies. Sie haben nicht die Absicht, Grönland zu übernehmen.“
Die allgegenwärtige Auslandskorrespondentin der Wochenzeitung Weekendavisen, Anna Libak, ist hingegen der Meinung, dass Dänemark den USA garantieren muss, dass „Russland und China vollständig aus Grönland ferngehalten werden“. Außenminister Løkke Rasmussen glaubt wohl, dass Trump übertreibt, wenn er überall entlang der grönländischen Küsten chinesische und russische Schiffe sieht.
Der Moment der Wahrheit kann für jeden kommen!
Mitten in all dem sitzt die grönländische Bevölkerung völlig fest in der Zange, und die Politiker des Landes müssen Stunde um Stunde darum kämpfen, überhaupt einen Platz zu bekommen und gehört zu werden. Nicht nur von den USA, sondern auch von Dänemark.
Die letzten Tage haben auf peinliche Weise gezeigt, dass es dem offiziellen Dänemark, gelinde gesagt, sehr schwerfällt, seine kolonialistischen Einstellungen und Handlungen abzulegen. Bei einer Sitzung des Ausschusses für Außenpolitik Anfang dieser Woche, bei der ein ausführlicher Bericht über „die Beziehungen des Königreichs zu den USA” vorgelegt wurde, war die grönländische Regierung, Naalakkersuisut, nicht vertreten.
Wie der Vorsitzende des Ausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik Grönlands, Pipaluk Lynge, erklärte: „Sie halten eine Sitzung über uns ab – eine historische Sitzung über uns – ohne uns. Es ist frustrierend, hier in Grönland zu sitzen und um die Teilnahme an einer so außergewöhnlichen Sitzung bitten zu müssen, wenn es um uns geht. Das ist eine neokolonialistische Art, uns auszuschließen.
Der US-Außenminister Marco Rubio hat gnädigerweise einer Bitte des dänischen Außenministers um ein Treffen in der nächsten Woche zugestimmt – und die grönländische Außenministerin Vibeke Motzfeldt hat ebenso gnädigerweise die Erlaubnis erhalten, daran teilzunehmen. Aber an jedem Verhandlungstisch, an dem es um die Interessen Grönlands geht, sollten grönländische Politiker am Kopfende sitzen.
Aus einer etwas größeren Perspektive betrachtet, sollte daran erinnert werden, dass die USA in den letzten Jahren Zugang zu 47 Militärstützpunkten in ganz Skandinavien erhalten haben – darunter auch die drei, denen das dänische Parlament im Juni letzten Jahres ohne zu zögern zugestimmt hat. Sie stellen eine große Gefahr dar – keinen Schutz.
Die dänische Regierung betont immer wieder, dass Grönland den Grönländern gehört und nicht zum Verkauf steht. In Wirklichkeit verkauft Dänemark jedoch seit Jahrzehnten Teile Grönlands an die USA.
„Wir haben bereits heute ein Verteidigungsabkommen zwischen dem Königreich und den USA, das den USA weitreichenden Zugang zu Grönland gewährt“, hieß es zwar in einer offiziellen Erklärung des Ministerpräsidenten Anfang dieser Woche.
Aber das Gegenteil von „den USA weitreichenden Zugang gewähren“ ist gefragt. Wir müssen uns wehren – und zwar mit Nachdruck!
Hände weg von Grönland! Echte Macht für Nuuk, um über seine Zukunft zu entscheiden! Weg mit allen Drohungen und Schreckensszenarien! Grönland braucht Unterstützung, um sich aus der Schraubzwinge zu befreien.
Lotte Rørtoft-Madsen, Vorsitzende der Kommunistischen Partei (Dänemark)
Infos über Grönland: https://ia.gl/det-vil-vi/

- Article Information
- Created on 26. Januar 2026
Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit:
Haltung zeigen!
Landwirtschaft und Zivilgesellschaft demonstrieren geschlossen für Tier-, Klima- und Umweltschutz, den Erhalt vieler und vielfältiger Höfe, faire Preise und gutes Essen.

Berlin, 17. Januar 2026. Gemeinsam mit 8.000 Demonstrierenden fordern rund 60 Organisationen auf der „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin von der Bundesregierung eine gemeinwohlorientierte Agrarpolitik. Gemeinsam setzen sich Bäuer*innen, Verbraucher*innen und Aktive der Umwelt-, Tier- und Klimaschutzbewegung für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft ein.
„Wir zeigen Haltung – ob als Landwirtin, die im Stall und auf dem Acker anpackt, oder als Verbraucher, der gesunde und nachhaltig erzeugte Lebensmittel wertschätzt. Die schwarz-rote Bundesregierung macht eine Agrarpolitik von vorgestern und gefährdet unsere Zukunft. Wir erinnern sie an ihre Verantwortung“, sagte Jan Greve, Sprecher des „Wir haben es satt!“-Bündnisses.
Das Bündnis verurteilt die agrar- und ernährungspolitischen Rückschritte der Bundesregierung. Die Koalition aus Union und SPD hat die Förderung einer besseren Tierhaltung gestrichen und verschleppt die Einführung einer staatlichen Tierhaltungskennzeichnung. Mit dem Verwässern des Düngerechts gefährdet sie den Schutz unseres Trinkwassers. Und sie hat in einer Welt mit mehr als 670 Millionen hungernden Menschen das Geld für die Entwicklungszusammenarbeit gekürzt. Gleichzeitig schaut die Bundesregierung nur zu, wenn in der EU die Deregulierung von Gentechnik und Pestiziden vorangetrieben wird. Sie setzt auf ein „Weiter so“ bei den Fördergeldern der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), statt diese endlich gerechter und ökologischer zu verteilen. Klimakrise, Höfesterben und Biodiversitätsverlust lassen sich so nicht aufhalten – im Gegenteil: Union und SPD machen eine Politik im Interesse der Agrarindustrie, während Bäuer*innen weiterhin keine fairen Preise gezahlt werden und Verbraucher*innen für Lebensmittel im Supermarkt immer tiefer in die Tasche greifen müssen.
Auf der Demonstration unter dem Motto „Haltung zeigen! Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit“ stand auch das Handelsabkommen zwischen EU und Mercosur in der Kritik. Das Abkommen verschärft den Preisdruck für Bäuer*innen auf beiden Seiten des Atlantiks. Wie auch bei der von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vorgestellten Exportstrategie setzt die Bundesregierung auf die Produktion billiger Massenware für den Weltmarkt statt auf nachhaltig erzeugte Qualität. Nicht zuletzt bedeutet das Abkommen mehr Abholzung, Ausbeutung und Umweltzerstörung in Ländern des Globalen Südens.
Die „Wir haben es satt!“-Demonstration 2026 findet im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft statt. Bei der Kundgebung haben in diesem Jahr nur FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter-, Nonbinäre-, Trans- und Agender-Personen) auf der Bühne gesprochen.
Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de

- Article Information
- Created on 26. Januar 2026
Auch in Kiel: Solidarische Landwirtschaft –
wissen woher mein Essen kommt !

Der Erhalt der Landwirtschaft zur Sicherung unserer Ernährung ist ein wichtiges Thema. Der Flächenverbrauch durch Bau- und Gewerbegebiete und auch regenerative Energie ist erheblich. Viele landwirtschaftliche Betriebe sind am Rande ihrer Existenz, weil diese „Mitbewerber“ um das Land, die Pacht- und Landpreise in die Höhe treiben. Die Erträge reichen auch wegen der gestiegenen Energiepreise und sinkenden Erzeugerpreisen oft nicht aus. Immer mehr bäuerliche Betriebe finden keine Nachfolger. In den vergangenen 30 Jahren hat sich in Schleswig-Holstein die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe halbiert.
Das alte Modell funktioniert nicht mehr, aber seit ca. 20 Jahren wächst ein alternatives Landwirtschaftsmodell, insbesondere im Gemüsebau und auch darüber hinaus. Das ist die Solidarische Landwirtschaft (Solawi), hier tragen viele private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten, sie werden Ernte-Teilende. Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Produzierenden als auch die Verbrauchenden die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, markt-unabhängigen Landwirtschaft.
Die Herstellung von saisonalen, erntefrischen und regionalen Lebensmitteln erfolgt in diesen Betrieben ohne Pestizide, Kunstdünger und Gentechnik.
Die Solawi bietet den Bauern eine finanzielle Sicherheit auch bei schwierigen Wetterbedingungen und Ernteausfällen, weil die starke Gemeinschaft der Solawi-Mitglieder im direktem Kontakt zu den BäuerInnen steht und sich für ein ganzes Jahr verpflichtet, mit einem festen finanziellen Beitrag die Höfe zu unterstützen. Für die, die es mögen, gibt es vielfältige Möglichkeiten „ihre“ Höfe kennenzulernen, bei Festen, Hofführungen oder bei der freiwilligen Mitarbeit.
Zur Solawi Schinkeler Höfe, in der der Autor Mitglied ist, gehören fünf Betriebe aus der Region Schinkel, sie bewirtschaften ca. 185 ha nach Bioland-Standard und in Bodenpflege und artgerechter Tierhaltung oberhalb dieses Standards. Sie erzeugen in handwerklicher Verarbeitung Brot, verschiedene Käse und Milchprodukte, ca. 500 Verbraucherinnen stehen seit 10 Jahren an ihrer Seite. Die Betriebe betreiben neben der Solawi noch Direktvermarktung.
Die Solawi-Verbraucherinnen erhalten wöchentlich einen vielfältigen Ernteanteil, der zwei Erwachsene bzw. eine kleine Familie mit gesunden ökologischen erntefrischen Lebensmitteln zu versorgt. Es gibt unverpacktes, saisonales Gemüse, Milch, Joghurt, Quark, Frischkäse, Käse, Feta, in Mehrwegflaschen und Gläsern, div. Brote und auch Fleischprodukte aus der artgerechten Tierhaltung. Die Lebensmittel können in 20 selbstorganisierten Depots zwischen Kiel und Eckernförde abgeholt werden.
Zwei Betriebsübergaben an die jüngere Generation und eine Neugründung wurden erfolgreich unterstützt. Neue Wege beschreitet jetzt der Wurzelhof, der zugleich die Hofübergabe umsetzt, als auch die Produkte ausschließlich über die Solawi abgeben möchte. Damit dies gelingt, würde sich die Solawi Schinkeler Höfe ab April 2026 über weitere TeilnehmerInnen freuen. Es kann zwischen einem reinen Gemüseanteil und einem Vollanteil mit Produkten aller Betriebe gewählt werden. (Uwe Stahl)
Weitere Infos unter www.schinkeler-hoefe.de und www.solidarische-landwirtschaft.org
Aktuelle Termine:
• Di. 24.2.2026 Vorstellung des Hof Mevs von der Solawi Schinkeler Höfe um 19 Uhr in der Pumpe, Haßstraße 22, Kiel
• Do. 26.2.2026 Kurzfilm und Vorstellung der Solawi Schinkeler Höfe um 18 Uhr in der Hansastraße 48, Kiel
• Fr., 27.2.2026 um 18.30 – Studio Kino – Premiere Film Solidarische Landwirtschaft Schinkeler Höfe
- Article Information
- Created on 26. Januar 2026
Davos:
Gemeinsame internationale Erklärung gegen das Weltwirtschaftsforum 2026

Wir, die Unterzeichnenden, lehnen das Weltwirtschaftsforum ab. Hinter seiner Rhetorik von globalem Fortschritt dient das Forum dazu, den Reichtum und die Macht des reichsten einen Prozents der Welt zu stärken – auf Kosten von Mensch und Natur.
Das Weltwirtschaftsforum ist ein jährliches Treffen von wirtschaftlichen Eliten und Staatschefs, das die Macht von Konzernen auf globale Politik fördert. Auf diesem Treffen etablieren die Teilnehmer*innen neue Systeme der Ausbeutung, die Reichtum und Macht für wenige mehren und gleichzeitig Menschen und den Planeten opfern. Es feiert den Reichtum derjenigen an der Spitze. Arbeiter, lokale Gemeinschaften und marginalisierten Bevölkerungsgruppen sind ausgeschlossen, während sie den wahren Wert in der Wirtschaft schaffen und die Hauptlast des autoritären Wirtschaftssystems tragen, das das Weltwirtschaftsforum vorantreibt.
Wir weisen das Weltwirtschaftsforum als Festung autoritärer Macht zurück, die eine kapitalistische, patriarchale, kriegstreiberische und neokoloniale Wirtschaft verstetigt, die auf Ausgrenzung und der rücksichtslosen Ausbeutung von Leben beruht.
Wir lehnen die auf dem Forum propagierte autoritäre Form der Weltwirtschaft ab, die demokratische Räume zunehmend einschränkt, Reichtum konzentriert und die Stimmen derjenigen zum Schweigen bringt, die am stärksten von ihren Krisen betroffen sind, insbesondere im Globalen Süden. Die vom WEF propagierte Weltwirtschaft basiert auf patriarchalen Strukturen, die Sorgearbeit abwerten, Frauen und Angehörige rassistisch markierter Gruppen ausbeuten und Ungleichheiten verschärfen. Die Lobbyarbeit des WEF hinter den Kulissen begünstigt die zunehmenden autoritären Tendenzen vielerorts.
Wir kritisieren die Agenda des WEF, die besessen von Wachstum den ökologischen Kollaps anheizt. Von Rohstoffabbau über industrielle Landwirtschaft bis hin zu Megainfrastrukturprojekten führt dieses Wirtschaftsmodell zu Biodiversitätsverlust, Umweltverschmutzung und Klimachaos, zur Verdrängung, Vertreibung und Verarmung von lokalen Gemeinschaften. Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen, das einen globalen Wendepunkt weg von umweltzerstörenden Industrien hin zu einer gerechteren Wirtschaft darstellen sollte, erleben wir massiven Widerstand vonseiten der großen Konzernmonopole, darunter die Öl- und Rüstungskonzerne, die das Forum sponsern und dessen strategische Partner sind. Sie beuten den Planeten weiterhin aus, insbesondere in den Ländern des Südens, mit groß angelegten Greenwashing-Programmen wie dem Verkauf von CO2-Zertifikaten.
Wir beobachten, dass das WEF Politiken fördert, die Sicherheit, Überwachung und militärische Expansion mit den Interessen des globalen Kapitals verknüpfen. Militarisierung stärkt die Ausbeutung von Mensch und Natur, unterdrückt abweichende Meinungen und lenkt öffentliche Gelder in profitorientierte Rüstungswirtschaften. Wir lehnen dieses militarisierte Wirtschaftsmodell ab, das den Gewinn von Konzernen über die Sicherheit der Menschen stellt und imperialistische Bestrebungen weltweit unterstützt.
Deshalb fordern wir:
• Eine Anerkennung der historischen Verantwortung: Schuldenerlass für Länder des Globalen Südens, Entschädigungszahlungen für Kolonialismus, Sklaverei und die Umweltkrisen sowie die Beendigung jeglicher neokolonialer Ausbeutung. Landraub und ungerechte Freihandelsabkommen müssen gestoppt werden.
• Eine Demokratisierung der Wirtschaft: Bürger*innen sollen mehr Mitbestimmung in der Wirtschaft bekommen. Menschenwürdige Arbeit ist essentiell, unabhängig der Herkunft. Reichtum muss global besteuert werden. Wir fordern ein Ende der Verfolgung, Kriminalisierung, Inhaftierung und Tötung von Umwelt-, Landrechtsaktivsten.
• Eine Demokratisierung globaler Wirtschaftsinstitutionen: Anstelle von privaten Institutionen wie dem Weltwirtschaftsforum, soll die Rolle der Vereinten Nationen gestärkt und demokratisiert werden, einschließlich ihres Sicherheitsrats. Soziale Bewegungen und marginalisierte Gruppen sollen mehr Macht bekommen. Zudem sollen neue demokratische globale Wirtschaftsinstitutionen geschaffen werden.
• Eine Transformation der Wirtschaft hin zu Nachhaltigkeit und Solidarität: Die globalen Handelsregeln sollen demokratisch neugestaltet werden, um Ernährungssouveränität zu ermöglichen und lokale Produktion und Konsum, einschließlich Wertschöpfung im Globalen Süden, zu fördern. Bäuerliche Landwirtschaft und Agroökologie soll unterstützt werden. Lokale Gemeinschaften sollen ihre Gemeingüter selbst verwalten dürfen.
• Umweltgerechtigkeit jetzt: Das WEF fördert marktorientierte Lösungen, die die Ungleichheit verschärfen. Wir wollen Klimagerechtigkeit auf Basis der Menschenrechte. Ressourcen sollen gerecht nach feministischen Werten verteilt werden. Die Lebensgrundlagen lokaler Gemeinschaften müssen besonders geschützt werden. Konzerne brauchen strenge Umwelt- und Sozialregeln.
• Solidarität mit Migrant*innen und vertriebenen Gemeinschaften: Ohne gerechte Migration ist keine Gerechtigkeit möglich. Wir stehen an der Seite aller Menschen, die aufgrund von Konflikten, Rohstoffabbau, Verarmung und Klimakrise zur Flucht gezwungen sind, und fordern sichere Wege, das Recht zu Bleiben und zu Gehen sowie Würde für alle.
• Alternativen zum Weltwirtschaftsforum: Wir fordern ein Ende des Weltwirtschaftsforums und die Förderung des Weltsozialforums als kollektive Alternative – das nächste Weltsozialforum findet vom 4. bis 8. August 2026 in Cotonou, Benin, statt. Wir wollen Ihre Welt nicht länger verteidigen, wir wollen unsere eigene aufbauen.
(Mitzeichnende siehe untenstehende Internetseite von WEED)
18.01.2026, von Leonie Bröcheler
www.weed-online.org
- Article Information
- Created on 26. Januar 2026
Newsletter 02-2026:
transform:changethesystem
Zitat des Monats
Voßkuhle warnt vor Koalitionen mit AfD
Der Jurist warnte vor Koalitionen mit der AfD. Jede demokratische Partei muss sich fragen, ob sie mit einer Partei kooperieren will, die die Demokratie abschaffen will - ob sie „mit dem Teufel ins Bett geht“. https://ogy.de/ps39
Rückblende
• Lübeck. Gemeinsam gedenken – 30ter Jahrestag. Hafenstraße96
https://ogy.de/drdg
• Polizei bei den Protesten am 29.11.2025 in Gießen
https://ogy.de/ui63
Antifaschismus
• Sparkasse Göttingen. Rote Hilfe - Fortführung des Kontos
https://ogy.de/uqbm
• Rechtsextreme Spitzenpolitikerinnen in Italien, Frankreich und Deutschland
https://ogy.de/fmua
Bürgerrechte / Demokratie
• Vom Freiheits- zum Überwachungsstaat?
KRiStA – Netzwerk Kritische Richter und Staatsanwälte n. e. V.
https://ogy.de/4c86
• HateAid / USA
https://ogy.de/w1cp
• Vorratsdatenspeicherung - Wiedereinführung?
https://ogy.de/64jp
Frieden / Internationales
• Erneut fehlen Frauen an Friedensverhandlungen
https://ogy.de/u7mm
• KI-Systeme im Kriegseinsatz in Gaza
https://ogy.de/ec2g
• Merz - Netanjahu - Treffen - Strafvereitelung im Amt
https://ogy.de/vdji
• Steht Grönland vor der Annexion?
https://ogy.de/ctlt
• „Die NATO wäre tot“. Fünf Fragen an Marko Milanović
https://ogy.de/1u4l
Gewerkschaften / Transformation
• Gewerkschaftliche Kampagnen von rechts. Daphne Weber
https://ogy.de/i0uq
• Rechte Gewerkschaftskampagnen
https://ogy.de/7msk
Links
• Antifa heißt Wohlfahrtsstaat
https://ogy.de/qi0a
• Debatte über Social-Media-Verbote
https://ogy.de/rw6x
• Hannah Arendt und die Gefahren der Gegenwart
https://ogy.de/0ibj
• Verlorenes Medienvertrauen, gefährdete Demokratie?
https://ogy.de/p7m7
Lesenswertes
• Fahrplan für ein freieres digitales Leben
https://ogy.de/61eb
• Unser Schmerz ist unsere Kraft. Neonazis haben unsere Väter ermordet
https://ogy.de/j5s2
Neuerscheinungen
• Ib Katznelson. »Lass ihn sterben. Ein dänisches Kind in Ravensbrück und Theresienstadt«
https://ogy.de/feuo
• Strategien der Hoffnung. Über den wachsenden Widerstand gegen den Rechtsruck
https://ogy.de/e5zy
Vorschau
• Antifaschistische Sozialkonferenz 2026
Eine Konferenz über Militarisierung, Rechtsruck und den Mut zum Widerstand
https://ogy.de/8v0c
• März Schulstreik gegen Wehrpflicht
https://ogy.de/79bj
(Abruf aller Links: 18.01.2026)
Mit solidarischen Grüßen, Roland
(ver.di Mitglied, Kiel)
- Article Information
- Created on 26. Januar 2026
Filmvorführung – Stanley Kubrick:
Dr. Seltsam – oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben
Stanley Kubrick wollte ursprünglich in der Zeit des Kalten Krieges und der atomaren Hochrüstung einen sehr ernsten Film nach dem 1958 erschienen Roman von Peter George („Peter Bryant“) „Red Alert“ („Bei Alarm: Rot“) machen. Doch je intensiver sich Kubrick mit der Materie beschäftigte, desto wahnsinniger erschien ihm dieses sog. „Gleichgewicht des Schreckens“. Durch gegenseitige Abschreckung und die Zusicherung gegenseitiger Zerstörung, „mutual assured destruction“ sollte der Gegner von einem Angriff mit Atomwaffen abgeschreckt werden. „Mutual assured destruction“ abgekürzt „mad“, bedeutet gleichzeitig sinnigerweise „wahnsinnig“. Erst durch die Mitarbeit von Comic-Autoren gelang es Kubrick diesen beklemmenden, tatsächlich vorstellbaren Wahnsinn durch absurde Comic in ein zeitloses Dokument der Zerstörung der Welt zu übersetzen.
Einführung und Diskussion:
Dr. med. M. Klingenburg-Vogel
Veranstalter:
Kieler Gruppe der IPPNW (Int. Physicians for the Prevention of Nuclear War, Ärzt*innen in sozialer Verantwortung) und Kommunales Kino Kiel
Mittwoch, 18.2.2026, 18.30 Uhr, Kommunales Kino Kiel, Haßstr. 22, Kiel
- Article Information
- Created on 26. Januar 2026
TERMINE
Fr., 30.1.26, 19 Uhr, Die Pumpe, Haßstr. 22, Kiel
Ihre Kriege, unser Leben
Ein Gespräch zu antimilitaristischen Arbeitskämpfen mit den Bundestagsabgeordneten
Tamara Mazzi und Cem Ince (Die Linke)
Di., 10.2.2026, 18 Uhr, Gewerkschaftshaus o. Friedenswerkstatt, Kiel
Kieler Friedensforum
Mi., 18.2.2026, 18.30 Uhr, Kommunales Kino Kiel, Haßstr. 22, Kiel
Filmvorführung: Stanley Kubrick: Dr. Seltsam – oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben
Veranstalter: IPPNW
So., 22. Februar 2026, 18 Uhr,
Redaktionsschluss der LinX
Di., 24. Februar 2026, 19 Uhr, Pumpe, Haßstraße 22, Kiel
Vorstellung des Hof Mevs von der Solawi Schinkeler Höfe
www.schinkeler-hoefe.de
Do., 26. Februar 2026 18 Uhr, Hansastraße 48, Kiel
Kurzfilm und Vorstellung der Solawi Schinkeler Höfe
www.schinkeler-hoefe.de
Fr., 27. Februar 2026 um 18.30 – Studio Kino
Premiere Film Solidarische Landwirtschaft Schinkeler Höfe
www.schinkeler-hoefe.de
Do., 5. März 2026
Bundesweiter Schulstreik
GEGEN DIE WEHRPFLICHT & ALLE ZWANGSDIENSTE!
www.schulstreikgegenwehrpflicht.com

Mi., 25. März 2026, 19:00, Galerie, "Die Pumpe“, Haßstr. 22
"Kriegstüchtiges Gesundheitswesen - was bedeutet das für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und für die Zivilgesellschaft?“
Veranstalter: IPPNW
Sa., 4. April 2026, 12 Uhr, Platz der Matrosen, Hbf, Kiel
Ostermarsch
www.kieler-friedensforum.de

