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Corona:

ver.di Nord warnt vor zu schnellen Lockerungen

Intensivstationen laufen voll – Pflegepersonal am Ende der Kräfte
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) sieht mit Sorge die laufenden Debatten über Lockerungen im Alltag und eine Rückkehr zur vermeintlichen Normalität, während das Personal auf den Intensivstationen am Rande der noch zu mobilisierenden Kräfte steht.
„Es ist nahezu unfassbar, was sich derzeit auf dem Rücken der Beschäftigten in den Krankenhäusern abspielt. Natürlich wollen wir alle zurück zu einer gewissen Normalität im Alltag, aber jede Lockerung hier im Land geht zu Lasten des Personals in den Krankenhäusern und den Intensivstationen. Wir warnen ausdrücklich vor einer Olympiade der schnellsten Lockerungen,“ so Steffen Kühhirt, Fachbereichsleiter für den Sozial- und Gesundheitsdienst von ver.di Nord.
ver.di Nord kritisiert die derzeitigen Diskussionen, weniger auf Inzidenzen zu achten und dafür mehr die Hospitalisierungsdaten und freie Intensivbetten für die Aufhebungen von Beschränkungen heranzuziehen.
„Unsere Kolleginnen und Kollegen haben während der Corona-Pandemie alles gegeben und sind am Ende ihrer Kräfte. Jede weitere Belastung, verursacht durch zu schnelle Lockerungen während der 3. Welle, wird unweigerlich zur Überforderung des Systems, auch weit unterhalb der freien Intensivbetten, führen. Es nützen keine freien Betten, wenn die personellen Ressourcen erschöpft, ausgelaugt und im Ergebnis nicht mehr vorhanden sind,“ warnt der Gewerkschafter weiter.
ver.di Nord erfährt in den Beratungen mit den Betriebs- und Personalräten aber auch in Einzelberatungen immer mehr eine Tendenz, dass Beschäftigte sich mit den ernsthaften Gedanken befassen, jetzt aufzugeben und den Beruf zu wechseln.

Die Bundes- und Landesregierung sowie die Arbeitgeber sind aufgefordert, die Beschäftigten in den Krankenhäusern und Intensivstationen nicht im Stich zu lassen und dafür zu sorgen, dass weiterhin unnötige Belastungen reduziert werden.

(Presseerklärung, ver.di, 17.03.2021)