Der 1. und der 2. Mai 1933:

Unvorbereitete Gewerkschaften

Der 1. Mai 2008 steht für die arbeitenden Menschen im Zeichen eines historischen Datums: vor 75 Jahren, am 2. Mai 1933, besetzte die SA in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser und zerschlug die Organisationsstruktur der freien Gewerkschaften. Alles Stillhalten gegenüber der Politik des Sozialkahlschlags und der Notverordnungen, der politischen Entrechtung in den Jahren vor 1933, alle Anbiederungsversuche der ADGB-Führer bei Hindenburg und Hitler hatten nichts genutzt. Der beschämende Aufruf des ADGB zur Beteiligung an der faschistischen Maifeier besiegelte die Kapitulation. Anpassung führt zum Untergang – diese wichtigste Lehre für die deutsche Arbeiterbewegung muss immerwährende Mahnung und Orientierung für unsere Politik sein.

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75 Jahre nach Zerschlagung der Gewerkschaften:

Vom 2. zum 10. Mai

Ohne die Ereignisse des 2. Mai 1933, als mit der Besetzung der Gewerkschaftshäuser durch die SA die Niederlage der deutschen Arbeiterbewegung demonstriert wurde, wären die Ereignisse des 10. Mai nicht denkbar gewesen. Einer der „verbrannten“ Schriftsteller, Bertolt Brecht, stellte einen Zusammenhang her, der über die zeitliche Abfolge hinausgeht. Brecht erklärte auch die bis heute verbreitete und unlängst vom bundesdeutschen Präsidenten Köhler so formulierte Ansicht, dies sei eine Tat „aus barbarischem Ungeist“ gewesen, für unzureichend: „Die Roheit kommt nicht von der Roheit, sondern von den Geschäften, die ohne sie nicht mehr zu machen sind.“ Diesen Geschäften standen die Organisationen der Arbeiterbewegung im Weg. Im Juli 1937 – während des spanischen Krieges (der viel mehr war als „nur“ ein Bürgerkrieg) – erklärte Brecht: „Wenn die faschistischen Diktaturen ihre Flugzeugparks fabrizieren, bekommt das eigene Volk keine Butter und bekommt das fremde Volk Bomben. Für die Butter und gegen die Bomben standen die Häuser der Gewerkschaften: Sie wurden geschlossen. (…) 

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Die Gestapo in Schleswig-Holstein

Am 30. Januar 1996, also zum 33.Jahrestag des Machtantritts des deutschen Faschismus, lud der AStA der Uni Kiel zusammen mit dem Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte (IZGR) zum Vortrag über die nationalsozialistische geheime Staatspolizei (Gestapo) in Schleswig-Holstein ein. Der Referent Prof. Dr. Gerhard Paul, Mitherausgeber des Werkes „Die Gestapo – Mythos und Realität“ (Darmstadt, 1995), ist seit 1993 Professor für Geschichte am IZGR der Bildungswissenschaftlichen Hochschule Flensburg und zur Zeit auch dort noch tätig.

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