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Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit:

Haltung zeigen!

Landwirtschaft und Zivilgesellschaft demonstrieren geschlossen für Tier-, Klima- und Umweltschutz, den Erhalt vieler und vielfältiger Höfe, faire Preise und gutes Essen.

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Berlin, 17. Januar 2026. Gemeinsam mit 8.000 Demonstrierenden fordern rund 60 Organisationen auf der „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin von der Bundesregierung eine gemeinwohlorientierte Agrarpolitik. Gemeinsam setzen sich Bäuer*innen, Verbraucher*innen und Aktive der Umwelt-, Tier- und Klimaschutzbewegung für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft ein.

„Wir zeigen Haltung – ob als Landwirtin, die im Stall und auf dem Acker anpackt, oder als Verbraucher, der gesunde und nachhaltig erzeugte Lebensmittel wertschätzt. Die schwarz-rote Bundesregierung macht eine Agrarpolitik von vorgestern und gefährdet unsere Zukunft. Wir erinnern sie an ihre Verantwortung“, sagte Jan Greve, Sprecher des „Wir haben es satt!“-Bündnisses.

Das Bündnis verurteilt die agrar- und ernährungspolitischen Rückschritte der Bundesregierung. Die Koalition aus Union und SPD hat die Förderung einer besseren Tierhaltung gestrichen und verschleppt die Einführung einer staatlichen Tierhaltungskennzeichnung. Mit dem Verwässern des Düngerechts gefährdet sie den Schutz unseres Trinkwassers. Und sie hat in einer Welt mit mehr als 670 Millionen hungernden Menschen das Geld für die Entwicklungszusammenarbeit gekürzt. Gleichzeitig schaut die Bundesregierung nur zu, wenn in der EU die Deregulierung von Gentechnik und Pestiziden vorangetrieben wird. Sie setzt auf ein „Weiter so“ bei den Fördergeldern der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), statt diese endlich gerechter und ökologischer zu verteilen. Klimakrise, Höfesterben und Biodiversitätsverlust lassen sich so nicht aufhalten – im Gegenteil: Union und SPD machen eine Politik im Interesse der Agrarindustrie, während Bäuer*innen weiterhin keine fairen Preise gezahlt werden und Verbraucher*innen für Lebensmittel im Supermarkt immer tiefer in die Tasche greifen müssen.

Auf der Demonstration unter dem Motto „Haltung zeigen! Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit“ stand auch das Handelsabkommen zwischen EU und Mercosur in der Kritik. Das Abkommen verschärft den Preisdruck für Bäuer*innen auf beiden Seiten des Atlantiks. Wie auch bei der von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vorgestellten Exportstrategie setzt die Bundesregierung auf die Produktion billiger Massenware für den Weltmarkt statt auf nachhaltig erzeugte Qualität. Nicht zuletzt bedeutet das Abkommen mehr Abholzung, Ausbeutung und Umweltzerstörung in Ländern des Globalen Südens.

Die „Wir haben es satt!“-Demonstration 2026 findet im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft statt. Bei der Kundgebung haben in diesem Jahr nur FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter-, Nonbinäre-, Trans- und Agender-Personen) auf der Bühne gesprochen.

Weitere Infos: www.wir-haben-es-satt.de

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