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Schulstreik am 8. Mai in Kiel: Tag der Befreiung

700 Schüler/innen demonstrierten am 8. Mai 2026 in Kiel im Rahmen des bundesweiten Schulstreiks erneut gegen die Aufrüstung und Wiedereinführung der Wehrpflicht. Bundesweit waren es über 40.000 in mehr als 80 Städten, allein in Berlin rund 10.000.

Möglicherweise war es den Repressalien durch Verfassungsschutz, BKA und Schulleitungen (Einzelgespräche, Drohung mit Fehlstunden) geschuldet, dass trotz des guten Wetters weniger auf der Straße waren als auf den vorherigen Schulstreikdemos. Während Jugendoffiziere an den Schulen mit Billigung der Landesregierung gezielt Heranwachsende einseitig in Richtung „Sicherheit“ und „Wehrdienst“ beeinflussen können, scheinen die Innenministerin Magdalena Finke (CDU) und der NDR daran zu arbeiten, die Schulstreiks als von der SDAJ unterwandert darzustellen: Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes rufe die SDAJ zu den Schulstreiks auf, so Finke, um ihre Ideologie zu verbreiten und neue Mitglieder zu werben. Es sei deshalb wichtig, „präventiv“ tätig zu werden (Quelle: NDR, 8.5.26).
Die „Linksextremismus“ - Keule des Verfassungsschutzes scheint Methode zu haben, hat doch erst im März der CDU-nahe Kulturstaatsminister Wolram Weimer drei vom Verfassungsschutz als „linksorientiert“ eingestufte Buchhandlungen von der Liste des Buchhandlungspreises gestrichen.
Zwar wurden im NDR – Bericht auch Schüler/innen interviewt, die kritisierten, dass Geld nicht in Bildung sondern in Panzer investiert werde und ihre Besorgnis über den politischen Kurs der Bundesregierung ausdrückten sowie darüber, dass „alle nach Krieg schreien“, es fehlte jedoch die Stellungnahme der als „linksextrem“ diffamierten SDAJ.
Aber das Schleifen der journalistischen Sorgfaltspflicht scheint mittlerweile zum Alltag der öffentlich-rechtlichen Medien zu gehören. Oder eine gewisse Einseitigkeit: Am gleichen Tag im Anschluss an die Berichterstattung über die Schulstreikdemos in der Tagesschau lobte der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums den hohen Rücklauf der Fragebögen zum Wehrdienst (nicht verwunderlich bei einem angedrohten Bußgeld von 250 Euro), allerdings, ohne auf den Inhalt einzugehen. Den Kommentar, es würden sich nicht genug Freiwillige finden, gewährte die ARD dem AFD-Mitglied Jens Nolte und schloss mit der Aussicht auf „eine Wehrpflicht“. (bm)

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Wehrpflicht – zwischen individuellen Freiheitsrechten und Sicherheit

Aktuell wurde im Kieler Friedensforum bekanntgegeben: Am Freitag, 5. Juni, von 11.00 - 13.00 Uhr, soll in der Hebbelschule eine gemeinsame Veranstaltung von vier Kieler Gymnasien (Hebbel-, Humboldt-, Gelehrten- und Ricarda-Huch-Schule) zum Thema: „Wehrpflicht – zwischen individuellen Freiheitsrechten und Sicherheit“ für die 11. und 12. Jahrgänge des Fachs WiPo stattfinden.
Auf dem Podium sind eingeladen: Martin Brück (Norddt. Netzwerk Friedenspädagogik), Hauptmann Kristina Ciorceri, (Jugendoffizierin der Bundeswehr), Prof. Andre Munzinger (CAU Kiel, Religionswissenschaft), Prof. Dr. Wilhelm Knelangen (CAU Politikwissenschaft) und Agnes Strack-Zimmermann. Ein „einordnender Impuls“ soll durch Johannes Peters (ISPK Kiel) stattfinden. Ein Vertreter aus der Friedensbewegung wurde nicht angefragt. Die DFG-VK hat sich bei der Schulleitungen als Podiumsteilnehmer angeboten, um die Meinungsvielfalt zu gewährleisten. Es ist zu hoffen, dass die Veranstaltung vom Kieler Streikkomitee begleitet wird. (uws)

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