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Occupy-Kiel

Räumungsaufforderung abgelehnt


helios0955
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Am Montag den 16.07.2012 um 13.00 hat das Occupy Kiel Camp am Lorentzendamm die offizielle Räumungsaufforderung von Bürgermeister Todeskino, zum 01.09.2012 erhalten. Als Begründung wurde unter anderem die Nutzung der Grünfläche als Erholungsfläche für die Kieler/innen, eine mögliche Brandgefahr, aber auch die Nutzung der Platzes im Rahmen einer Abstellfläche der „Förde Sparkasse“ genannt.
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Da es sowohl uns, als auch allen anderen Camps und Aktivisten der Occupy-Bewegung nicht darum geht, ein schönes Zeltlager zu bauen, sondern darum, dass sich etwas im Bewusstsein der Menschen tut, ist es für uns selbstverständlich die Möglichkeiten des friedlichen Protests und Widerstands so weit wie möglich auszuschöpfen. Occupy ist eine internationale Bewegung mit Forderungen, die weit über die Landesgrenzen hinausgehen. Wir wollen, um nur einen Punkt zu nennen, eine Abschaffung aller Schuldenbremsen erreichen, da diese Sozialabbau und eine Vergrößerung von Ungleichheit inkludieren. Unabhängig davon, sind viele von uns der Ansicht, dass der Kapitalismus insgesamt als gescheitert anzusehen ist.
 
Wir werden die Fläche nicht räumen. Das ist verbindlich.
 
Wir sind hier und bleiben hier, bis unsere Forderungen durchgesetzt sind.

Wir haben bereits beschlossen, dass wir uns der Räumung am 01.09.2012 friedlich widersetzen werden.

Wir werden die Zeit bis zur offiziellen Räumung nutzen, um noch einmal volles Programm auf zu fahren und so viele Aktionen wie möglich zu starten. Wie sagten wir inzwischen bereits mehrmals? „Jetzt erst recht!“

Wir bitten um Solidarität und Unterstützung jeglicher Art und laden alle Sympathisanten, Interessierte, Aktivisten und Medienvertreter ein, am 1.9.2012 ins Kieler Occupy Camp zu kommen.
 
Wir fordern Bürgermeister Todeskino und die Kieler Stadtverwaltung auf, das Kieler Occupy-Camp weiterhin bestehen zu lassen.
 
Das Kieler Occupy-Camp ist kein Grüppchen wild zeltender Rotweinbrüder, sondern ein Projekt der Zivilgesellschaft, das von Mitgliedern aller gesellschaftlichen Schichten aufgebaut und unterstützt wird, darunter Handwerker, Angestellte, Wissenschaftler, Rentner, Studenten, ... Die weltweite Occupy-Bewegung ist die Reaktion mündiger Bürger. auf den Irrsinn der Finanzmärkte und der von ihr verursachten globalen Krisen.

Bürgermeister Todeskino wird diesem Hintergrund in keinster Weise gerecht, wenn er davon spricht, die Rasenfläche werde „für die Information und Kundgebung Ihrer Interessen“ genutzt. Es liegt im Interesse aller Kieler, dass eine öffentliche Diskussion über die Ursachen der Finanzkrise in Gang gebracht und am Leben erhalten wird, unabhängig davon, welche Ergebnisse eine solche Diskussion bringt.

Das Kieler Occupy-Camp hat sich durch eine Vielzahl an öffentlichen Veranstaltungen als eine feste Größe im politischen und kulturellen Leben Kiels etabliert. Es bietet einen Freiraum für Begegnungen und Diskussionen, den es zuvor in dieser Offenheit in Kiel nicht gegeben hat.

Die Begründungen, die Bürgermeister Todeskino für die Räumung angibt, wirken lächerlich: Die betroffene Fläche hat keinerlei Wert als Erholungsfläche", da sie direkt neben einer vielbefahrenen Straße liegt. Wer hat dort jemals einen Kieler auf dem Rasen sitzen sehen? Zum Brandrisiko ist zu sagen, dass auch auf regulären Zeltplätzen schon Zelte oder Wohnmobile von unverantwortlichen Tätern in Brand gesetzt wurden, ohne dass diese Zeltplätze deshalb anschliessend geschlossen wurden.

In dem Falle, dass Teile der Fläche vorübergehend für andere Zwecke benötigt werden z. B. Baumassnahmen, kann gemeinschaftlich eine Lösung gefunden werden, wie das Camp bei früherer Gelegenheit schon bewiesen hat.
 
Das längerfristige Bestehen des Kieler Occupy-Camps ist ein Zeichen für die Lebendigkeit und die geistige Offen- heit unserer Stadt, auf dass wir stolz sind. Keinesfalls sollte dieses Zeichen aus obrigkeitsstaatlicher Prinzipienreiterei geopfert werden.
 
Kontakt: Occupy-Kiel-Camp am Lorentzendamm www.Occupykiel.de