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Attac-Sommerakademie:

Druck für Umverteilen

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01.09.2012 Bereits zum zehnten Mal fand vom 1. - 5. August die Attac-Sommerakademie statt. 650 Teilnehmer trafen sich diesmal in Mainz auf dem Campus der Johannes-Gutemberg-Universität. Mit Abendveranstaltungen, ca. 100 Workshops, buntem Kulturprogramm, Angebote für Meditation, Samba, Straßentheater und globalisierungskritische Stadtrundgänge gab es ein reichhaltiges Programm. Das Motto „Teilhaben – Teil sein“ war dabei von besonderer Aktualität. Insbesondere das Thema „Umfairteilen“ beschäftigte viele und am Samstag gab es dazu eine gemeinsame Aktion als „Flüster-Flashmob“ in der Mainzer Innenstadt (siehe Bilder). Auch aus Kiel waren mehrere TeilnehmerInnen mit dabei, u.a. auch Interessierte vom Occupy-Camp.
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In einer Abschlusserklärung ruft das globalisierungskritische Netzwerk Attac im Herbst zu druckvollen Aktionen für die Umverteilung von Vermögen auf. Insbesondere zu einem Aktionstag am 29. September, zu dem das von Attac mitinitiierte Bündnis „Umfairteilen – Reichtum besteuern“ aufruft. Die Diskussion von Konzepten und Strategien gegen die europaweite Kürzungspolitik und die Aushöhlung demokratischer Rechte war auch ein Schwerpunkt der Sommerakademie von Attac, zu der sich von Mittwoch bis Sonntag 650 Globalisierungskritikerinnen und -kritiker aus ganz Deutschland auf dem Uni-Campus in Mainz trafen.

„Wir streiten für ein solidarisches Europa. Statt Sozialabbau und Ausverkauf von öffentlichem Eigentum brauchen wir eine radikale Umverteilung des Reichtums und eine Erhöhung staatlicher Einnahmen“, sagte Jutta Sundermann vom bundeweiten Attac-Koordinierungskreis. „Die derzeitige brutale Kürzungspolitik in ganz Europa führt zu heftigen sozialen Verwerfungen und gefährdet ernsthaft den gesellschaftlichen Frieden und die Demokratie.“ Die massive Konzentration von Vermögen sei zudem nicht nur sozial inakzeptabel, sondern auch eine wesentliche Ursache für Spekulationsblasen, die in die globale Finanzkrise und anschließend in Europa in die Schuldenkrise geführt haben.

Attac bringt in die Debatte um Verteilungsgerechtigkeit und in das Bündnis "Umfairteilen" ein eigenes Konzept für eine europaweit koordinierte Vermögensabgabe ein. Diese zielt auf das reichste eine Prozent der Bevölkerung und soll rund 50 Prozent dieser Top-Vermögen abschöpfen. Einen weiteren Schwerpunkt legt Attac gemeinsam mit der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International auf den internationalen, über Europa hinausgehenden Aspekt der Verteilungsfrage.

Dem Bündnis „Umfairteilen“ gehören neben Attac die Gewerkschaft Verdi, der Paritätische Wohlfahrtsverband sowie Migrantenverbände, Jugend- und Studierendenorganisationen, die Initiative Vermögender für eine Vermögensabgabe und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen an. Jutta Sundermann: „Eine der Stärken von Attac als globalisierungskritisches Netzwerk ist es dabei, breite dezentrale Bündnisse auch zwischen solchen gesellschaftlichen Gruppen anstoßen zu können, die bisher nicht zusammengearbeitet haben.“

Einen ersten Vorgeschmack auf die Proteste im Herbst gaben 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Attac-Sommerakademie bereits am Samstag mit einer Aktion in der Mainzer Innenstadt. Mit einem Flashmob, einer Banneraktionen und Sambamusik warben sie lautstark für den Aktionstag am 29. September.
 
 
(uws – Quelle und Bilder: www.attac.de, Jutta Sundermann, Attac-Koordinierungskreis)

 

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Am Aktionstag auf der Attac-Sommerakademie am 4.8.2012 in Mainz ziehen Attacies durch die Innenstadt von Mainz mit dem Motto "Umfairteilen". Angefeuert von Ideen aus der Aktionsakademie verteilten sie sich zunächst als Flüster-flashmob auf dem Marktplatz und streuen das Gerücht von der neuen Vermögensabgabe, dem Beginn der Umverteilung von oben nach unten. Dann kommt die bunte Sambagruppe und macht Stimmung, hunderte Marktbesucher und Mainzer sind sehr interessiert. Auf Plakaten wird auf den bevorstehenden bundesweiten Aktionstag am 29.9. der Projektgruppe Umfairteilen hingewiesen.