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Sozialistische Zeitung für Kiel

Aktuelle Ausgabe vom 01. Februar 2016

Entsch

Noch immer ungesühnt 

01. Februar 2016 Die Bundesregierung weigert sich weiter, die von deutschen Verbänden während des Zweiten Weltkrieges begangenen Kriegsverbrechen anzuerkennen und für diese Sühne zu leisten. Allein in Griechenland wurden rund 30.000 Zivilisten in diversen Massakern im Rahmen  sogenannter Vergeltungsaktionen umgebracht. Zum Beispiel in dem Dorf Distomo unweit von Athen am 10. Juni 1944 216 Bewohner jederlei Alter und Geschlechts. Die jüngsten Opfer waren gerade ein Jahr alt. 1995 hatte die deutsche Botschaft Überlebende Distomos beschieden, dass es sich dabei um „Maßnahmen in Rahmen der Kriegsführung“ gehandelt habe, die „nicht als NS-Tat zu definieren“ seien. Fünf Jahre später bewirkte Außenminister Joseph Fischer (Grüne) vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag ein Urteil, wonach Deutschland für diese Verbrechen nicht von den betroffenen Privatpersonen belangt werden könne. Die Überlebenden wie Agyris Sfountouris geben dennoch nicht auf. Am 22. Januar fand vor der Neuen Wache in Berlin, dem zentralen deutschen Gedenkort, mit der Beteiligung Sfountouris eine Kundgebung statt, um auf die immer noch ausstehende Sühnung der Verbrechen hinzuweisen.  (wop)