Baumhaus von TKKG-Aktivisten:
Voßbrook für Alle – MFG-5 bleibt zivil !
Unter diesem Motto fand am So., 2.11.2025 eine Kundgebung beim Baumhaus der Aktivist*innen der TKKG auf dem ehem. MFG-5-Gelände/Holtenau Ost statt, für den Erhalt des Geländes für Wohnungen und Freizeit für alle Kielerinnen und Kieler. Verschiedene Redebeiträge gab es, z.B. von der Antifa-Jugend, vom Wohnprojekt "Wagengruppe Schlagloch", von der Skater-Gruppe „Laceskate“ sowie vom Bündnis für bezahlbaren Wohnraum in Kiel.


Pressemitteilung der TKKG:
Besetzung auf dem MFG-5-Gelände in Kiel
Kiel. In der Nacht vom 27. auf den 28.10.2025 errichteten Aktivist*innen der Turboklimakampfgruppe (TKKG) auf dem MFG5-Gelände in Kiel-Holtenau auf Bäumen eine Plattform, die sie seit dem besetzt halten. Sie protestieren mit der Aktion gegen den drohenden Verkauf des Geländes durch die Stadt Kiel an die Bundeswehr. Sie setzen sich dafür ein, dass das Gelände als allen Menschen zugänglicher und vielfältiger Ort erhalten und entsprechend gestaltet wird.

Unter dem Aktionsnamen „Voßbrook für alle – MFG-5 bleibt zivil.“ haben die Aktivist*innen eine Baumgruppe nahe dem Ufer der Förde besetzt. Eine Mahnwache am Boden unterstützt die Besetzer*innen, möchte informieren und lädt dazu ein, sich mit dem Protest zu solidarisieren. Mit der Aktion möchten sie die zahlreichen, bereits bestehenden Initiativen, die sich gegen den Verkauf richten, unterstützen und zusätzlichen politischen Druck aufbauen. Auf Transparenten kritisieren sie auch die angekündigten Kürzungen im Sozialbereich, während gleichzeitig hohe Milliardenbeträge in die Aufrüstung fließen. Sie befürchten eine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft mit negativen Folgen für die Demokratie.
„Aus dem Rathaus heißt es, Kiel müsse Verantwortung übernehmen und seinen Teil zur Landesverteidigung leisten. Aus unserer Sicht soll die Stadt jedoch ein sicherer, lebenswerter Ort für alle sein und nicht dazu dienen, der Bundeswehr Raum und ansonsten perspektivlose Menschen als Rekrut*innen zu liefern. Die Kieler Haushaltssperre hat bereits dazu geführt, dass Projekte für benachteiligte Jugendliche, Geflüchtete, Frauen und behinderte Menschen gekürzt oder ganz gestrichen wurden. Der soziale Kahlschlag auf Bundesebene drängt die Ärmsten in der Gesellschaft in die Wohnungslosigkeit.“, kritisiert Aktivistin Mira Schneider.
Der Voßbrook war bis 2012 Standort des Marinefliegergeschwaders 5. Seit seinem Abzug aus Kiel laufen die Planungen der Stadt, die das Gelände 2020 schließlich kaufte, um dort ein neues Stadtquartier mit umfangreichen Wohn- und Gewerbeflächen umzusetzen. Dabei setzte die Stadt auf die Beteiliung und die Einbindung der Bürger*innen und versprach viel: Raum für gemeinschaftliches Handeln, für Vielfalt und Naturverbundenheit. Derzeit befindet sich das Gelände in der sogenannten „Zwischennutzung“. In den ehemaligen Kasernen wohnen geflüchtete Menschen, ein Skatepark und ein Jugendtreff sind entstanden. Auch haben hier der Wagenplatz „Schlagloch“, der sich als alternativer Kultur-, Bildungs- und Wohnort versteht, und der FC Holtenau 07 eine neue Bleibe gefunden.
Aus einem Gespräch am Freitag zwischen Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und der Bundeswehr wurde nun bekannt, was konkret geplant ist: große Teile des Seebataillons sollen nach Holtenau verlegt werden. Ursprünglich als defensive Sicherungseinheit strukturiert, wird diese im Zuge der sogenannten Zeitenwende zu einer offensiven Einheit, u.a für den „maritimen Jagdkampf“, vergrößert. Hierfür soll das Gelände für etwa eine Milliarde Euro erneut zum Stützpunkt ausgebaut werden. Hinzu kommt die Anschaffung zahlreicher neuer Waffensysteme, die mindestens im zweistelligen Millionenbereich liegen.
„Die Stationierung von Offensivtruppen und die mitten in der Stadt befindliche Produktion schwerer Kriegswaffen, die immer weiter ausgebaut wird, gefährdet nicht nur die Zivilist*innen in Kiel. Krieg beginnt hier. Während sich Deutschland gegenüber denen abschottet, die vor der mörderischen Gewalt fliehen, töten und bedrohen Waffen aus Kiel Menschen weltweit. Sowohl die Türkei, als auch Israel begehen schwerste Menschenrechtsverletzungen bis hin zum Genozid – und dennoch liefert Deutschland weiter Waffen. Als Kieler*innen können wir nicht tatenlos zusehen und protestieren daher lautstark und entschieden dagegen.“, meint Aktivist Mark Thelen.
Laut den Aktivist*innen geht vom ehemaligen MFG-5 Gelände eine große Symbolwirkung aus. Es stehe für Lösungsansätze auf drängende Fragen nach Mit- und Selbstbestimmung, Sozialer Gerechtigkeit, Wahrung und Schutz von Menschenrechten und von Lebensgrundlagen, wie Wohnraum und Klimagerechtigkeit. Dem gegenüber stehe eine von Krieg und Flucht geprägte, unsichere Zukunft, deren Grundlage die geplante Aufrüstung bilde.
„Wir laden alle ein, sich der Besetzung anzuschließen oder eigene Aktionen zu starten. Lasst uns den Voßbrook weiter zu einem Ort machen, der für alle da ist – und lasst uns verhindern, dass er in Zukunft im Zeichen der Zeitenwende für Aufrüstung, Gewalt und Zerstörung steht.“, so Aktivistin Mira Schneider.
Quelle und Infos: https://tkkg.noblogs.org/
Novemberrevolution 1918 in Kiel:
Zur Erinnerung an die mutigen Arbeiter*innen und Soldaten!
Einladung zum Gedenken auf dem Friedhof Eichhof in Kiel am So., 9.11.2025 um 10.30 Uhr

So wie auf dem Bild werden wir es sicher am 9. November 2025 nicht hinbekommen -– aber ein Versuch ist es wert. Die Zeiten müssen wieder „gewendet“ werden:
„Kriegstüchtig“ ? Da machen wir nicht mit !
Nutzt jede Gelegenheit aus der Geschichte zu lernen – die arbeitenden Menschen, die Soldaten und inzwischen auch Soldatinnen zahlen immer zweimal:
• in Form von Einsparungen bei Sozialleistungen und Daseinsvorsorge
• und im Krieg mit dem Leben
Deshalb freuen wir uns auf zahlreiche Beteiligung mit euren Beiträgen (Reden, Lieder, Gedichte), Transparenten und Fahnen am 9.11.2025 auf dem Friedhof Eichhof. Wir treffen uns um 10.30 Uhr am Haupteingang Friedhof Eichhof, Eichhofstraße.
Für diejenigen, die lieber einen kürzeren Weg nutzen möchten: Vom Eingang Kronshagen, Kopperpahler Allee, sind es nur ein paar Schritte zur Ruhestätte der Opfer der Revolution. gleich hinter dem Friedhofseingang ist eine Tafel, auf der das Gräberfeld eingezeichnet ist. Ansonsten wendet ihr euch nach ca. 30 m am großen Stein nach links und geht am Rand des Friedhofs auf dem Weg, bis rechts der Hinweis auf die Gedenkstätte kommt. Wir sehen uns!
Eva Börnig (ehem. AK Novemberrevolution – DKP Kiel)
Arbeitskreis Frieden - ver.di Kiel/Plön – Kommentar:
Wir wollen für den Frieden arbeiten!
Auf der Veranstaltung am 19.9.2025 mit dem Titel „Wir wollen für den Frieden arbeiten!“ am sprach Norbert Heckl, stellvertretender Vorsitzender des Bezirks Stuttgart von ver.di im gut besuchten Emma Sorgenfrei-Forum zum Thema Gewerkschaft und Frieden.
(Weitere Infos siehe: https://friedensvernetzung-suedwest.de/2025/06/)
Ein Zitat aus einem der Blätter, das einer Aussage des DGB von 2019 entnommen wurde:
„Demokratie, Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen entschlossen verteidigt werden. Das weiß niemand besser als wir Gewerkschaften. Deshalb waren wir von Anfang an zentraler Teil der Friedensbewegung und haben zu ihren Erfolgen beigetragen. Wir wissen aber auch: Unser Kampf gegen Faschismus, nationalistische Kriegstreiberei und besinnungsloses Wettrüsten ist längst nicht vorbei. Im Gegenteil: Wir leben heute in einer Welt, in der unser gewerkschaftlicher Einsatz für eine starke Friedensbewegung besonders gefordert ist.“
Nun, dem DGB ist es zum diesjährigen Antikriegstag nicht gelungen, einen Aufruf zur Unterstützung der Friedensbewegung zu erstellen. Das zeigt wohl das Wegducken vor der letzen, wie auch der derzeitigen Regierung, was zu fatalen Folgen führen kann. Ein offensichtliches Hinterherlaufen hinter der Regierung löst Unmut bei den Arbeitenden aus und trägt zur Erstarkung der AFD bei. (Nach neuesten Umfragen im „Deutschland-Trend“ liegt die AFD vor der CDU).
Dabei wäre es wichtiger denn je, sich gerade in der heutigen Zeit einen unabhängigen Kopf zu machen. Uns kann das nicht kalt lassen. Wir müssen uns eine fundierte Position zur Friedensfrage erneut erarbeiten (s.o./Berliner Appell...) und dafür sorgen, dass Positionen dazu, die sich unsere Gewerkschaften seit dem zweiten Weltkrieg erarbeitet hatten, nicht schon wieder mit einem Federstrich über den Haufen geworfen werden. Man bedenke auch im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, dass nicht dieser den „Sündenfall“ in Europa auslöste, sondern der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und Deutschlands gegen Serbien. Das wird allzu oft unter den Teppich gekehrt. Die Stellungnahmen der Bundesregierung zum nun UNO-amtlichen Genozid in Gaza sind ein weiteres Beispiel für die Politik einer Regierung, der die Interessen der Rüstungsindustrie wichtiger sind, als die humanitäre Lage in Gaza. Die Staatsräson mag für den Holocaust gelten, ist jedoch ein Feigenblatt bezüglich einer in Teilen faschistischen Regierung in Israel.
Die Bundesregierung nutzt nun den Krieg in der Ukraine dazu, die Bundeswehr in einem nie gekannten Maß aufzurüsten und zugleich bei der sozialen Daseinsvorsorge zu kürzen. Auf Rentnerinnen und Rentner bezogen arbeitet das Finanzministerium bereits an einer „Aktienrente“ (ähnlich wie die Riester-Rente, nur eben nicht auf privater Versicherung beruhend, sondern auf Basis von Aktien). Weiter ist im Gespräch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, ein „soziales Jahr“ für Rentner, eine Streichung/Kürzung der Mütterrente und vieles mehr. Wenn Friedrich Merz behauptet, dass WIR uns den Sozialstaat so nicht mehr leisten können, dann meint er damit nicht sich und seinesgleichen, sondern zielt direkt auf die Ärmsten der Gesellschaft ab.
Liebe Kolleg*innen, Ich werde aus den o.g. Gründen meine IGM-Fahne nehmen und zur Friedensdemo am 3.10. nach Berlin fahren. Ich bin überzeugt, dort eine gegenüber den bisherigen Demonstrationen wachsende Zahl von Gewerkschaftsfahnen zu sehen. Allen, die nicht hinfahren wollen oder können, wünsche ich einen friedlichen Tag der Deutschen Einheit.
(Rainer J.)
Der Arbeitskreis Frieden bei ver.di Kiel-Plön trifft sich monatlich jeweils am ersten Mittwoch im Gewerkschaftshaus in Kiel um 18 Uhr.
Nach den Friedensdemos in Berlin und Stuttgart:
Friedensaktivisten warnen vor Eskalation mit Russland
Die Friedensbewegung setzt ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende Kriegsgefahr und Militarisierung der Gesellschaft. Vereint gegen Völkermord, soziale Verrohung und Sozialabbau und für das Ende von Kriegen und Hass.
20.000 Menschen in Berlin und 15.000 in Stuttgart haben am 3. Oktober 2025 ihr Bekenntnis für Frieden und Diplomatie, gegen Krieg und Hochrüstung auf die Straße getragen.
Der Vorbereitungskreis „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden“ vereinte erfolgreich eine gewachsene soziale und politische Opposition gegen die Hochrüstungspläne und die Verschuldungspolitik der Bundesregierung.
Eine Widerstandsbewegung, die sich gegen den sozialen Kahlschlag wehrt, der mit der hochgefährlichen Aufrüstung der Bundesregierung einhergeht, weil das Geld für marode Schulen, den Öffentlichen Nahverkehr, das Gesundheitswesen, die Kultur sowie Klimaschutz und globale Entwicklung gebraucht wird.
Die Rednerinnen und Redner stellten sich entschieden gegen die Aufrüstungspläne der Bundesregierung, verurteilten die Mitschuld Deutschlands am israelischen Völkermord in Gaza, sprachen sich gegen die Wehrpflicht aus, lehnten die erwartete Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland ab und forderten Diplomatie statt Waffenlieferungen. Und sie äußerten ihre Befürchtung, dass der Druck des Schuldenmachens dieses Land zwangsläufig noch unsozialer machen wird.
Die 500 unterstützenden Organisationen, Initiativen und Gruppen haben mit ihrer Mobilisierung diesen Erfolg möglich gemacht. Dem gemeinsamen Engagement von Friedensbewegten, jung und alt, von Gewerkschaftern und Parteimitgliedern ist es zu verdanken, dass in Berlin und in Stuttgart Tausende Menschen ihr Bekenntnis für eine andere Politik friedlich auf die Straße getragen haben.
Nun geht die Friedensbewegung mit ihren Partner:innen mit gestärktem Vertrauen weiter in einen heißen Herbst, um einen nuklearen Winter zu verhindern. ...
Die Friedensbewegung wird sich der verantwortungslosen Politik der Konfrontation weiter entgegenstellen und Alternativen aufzeigen zu Krieg und Hochrüstung. Wir wollen nicht kriegstüchtig sein, sondern friedensfähig. Wir brauchen Diplomatie und Entspannungspolitik statt Eskalation und Kriegsvorbereitung. Das ist das Fazit dieses Tages.

Bilder Demo 3.10.2025 in Berlin (uws)
Redebeiträge in Berlin:
Özlem Demirel (MdEP Die Linke), Ralf Stegner (MdB SPD), Christian Leye (GenSek. BSW), Andrea Hornung (Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“, SDAJ-Bundesvorsitzende), Basem Said (engagiert in der palästinensischen Community in Berlin), Kriegsdienstverweigerer Andrii Konovalov (Ukraine), Kriegsdienstverweigerer Artem Klyga (Russland), Jürgen Grässlin (Publizist, Bundessprecher der DFG-VK), Jeffrey Sachs (per Video, ehemaliger Sonderberater von drei UN-Generalsekretären, Wirtschaftswissenschaftler, Columbia University), Ghassan Abu-Sittah (per Video, Plastischer Chirurg, Universität Glasgow, leistete medizinische Hilfe in Gaza für „Ärzte ohne Grenzen“)
Redetexte und Videos gibt es hier:
https://friedensdemo0310.org/berlin
https://friedensdemo0310.org/stuttgart

Bild oben: Demonstration am 3.10.2025 in Stuttgart. Quelle: Presseerklärung: Vorbereitungskreis „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden“

HINWEIS:
Am 08. / 09.11.2025 tagt der bundesweite Friedensratschlag in Kassel:
12 Uhr in Kassel, Philipp-Scheidemann-Haus
Programm unter:
https://friedensratschlag.de/friedensratschlag-2025/
Über 300 Teilnehmende bei der Demo in Kiel am 23.9.2025:
Solidarität mit Gaza!

Statt wie von den VeranstalterInnen befürchtet knapp 50 haben sich am gestrigen Dienstag über 300 Menschen an einer Demonstration gegen den Völkermord Israels in Gaza beteiligt.
Aufgerufen zu der Demonstration hatten keine Parteien oder Vereine, sondern Einzelpersonen aus Kiel, die es nicht mehr ertragen konnten dem Genozid in Palästina wortlos zuzusehen.
Auf social media teilten weitere Einzelpersonen und Gruppen den Aufruf.
Der Demonstrationszug führte vom Exerzierplatz über den Knooper Weg zum Dreiecksplatz, über die Bergstraße und Holstenbrücke zur Kaistraße und von dort am Bahnhof vorbei über Sophienblatt und Ziegelteich wieder zum Exer. Auf der Route schlossen sich immer mehr Menschen den ursprünglich vielleicht 150 Demonstrierenden an.
Auffallend viele TeilnehmerInnen gehörten entweder zur Ü-60-Generation oder waren aus der Altersgruppe 20 bis 30. Offensichtlich bestand für viele andere eine Unsicherheit, mit wem sie ggf. zusammen auf die Demo gegangen wären, zumal die Tagespresse keine Ankündigung der Aktion veröffentlichte und scheinbar viele Menschen bei dem Versuch, sich über Google über die Demo zu informieren, nur auf eine zwei Jahre alte Meldung des NDRs stießen, in der damals von dem Verbot einer (an dem Tag) „heutigen" Palästina-Demo berichtet wird.
Mit kurzen Redebeiträgen, Plakaten, Flugblättern und Parolen wurde auf die katastrophale Lage in Gaza und die Unterstützuzng Deutschlands für den israelischen Terror, nicht zuletzt durch den U-Boot-Bau in Kiel, aufmerksam gemacht.
Am Ende der Demonstration waren sich die Teilnehmenden einig: Das soll nicht die letzte Demonstration zum Thema in Kiel gewesen sein.
Für alle, die sich engagieren wollen: Jeden Freitag von 16 Uhr bis 18 Uhr gibt es eine Mahnwache am Landeshaus/Wasserseite/Kiellinie.
Durch den Bau des U-Bootes „Drakon“ für Israel, im Wert von einer Milliarde Euro auf der Kieler Werft TKMS, kommt Weltpolitik auf einmal in die Landeshauptstadt. Wäre es nicht normal, wenn die Stadt Kiel die israelischen Geheimdienste, Militärs und Mitarbeitenden zu unerwünschten Personen erklärt (Bei Russlands Überfall auf die Ukraine ging so etwas doch rasend schnell!)? Müssten TKMS und die Bundesregierung nicht beschließen, das U-Boot nicht an diese terroristische Regierung in Israel auszuliefern? Warum kommt aus der Belegschaft und den Gewerkschaften niemand auf die Idee, die Arbeiten einzustellen, zumindest bis die israelischen Kriegsverbrecher vor dem internationalen Gerichtshof stehen?
Die Bundesrepublik bezuschusst den Bau der drei israelischen U-Boote der Dakar-Klasse bei TKMS übrigens mit 540 Millionen Euro und bewaffnete Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes Mossad sind auf dem Kieler Werksgelände unterwegs, als wäre das die normalste Sache der Welt. (Jörg St.)

Online-Petition bei openpetition.de:
Für mehr Wohnraum in Kiel –
Kein Verkauf des MFG-5 an die Bundeswehr
Wir fordern, dass das MFG-5-Gelände nicht verkauft wird und damit der ursprüngliche Plan mit Wohnraum und sozialer Infrastruktur eingehalten wird!
Begründung
Der Verkauf des MFG-5-Geländes hätte fatale Folgen für Kiel und seine Bewohner*innen. Denn auf dem Gelände sollte das sogenannte Zukunftsquartier für Kiel entstehen. Ein neues Stadtviertel mit 2.250 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, für ca. 5.000 Personen. Wohnraum, den unsere Stadt dringend benötigt! Dieses Projekt plante die Stadt bereits seit 2016, veranstaltete dafür einen Planungswettbewerb, schrieb Entwicklungskonzepte und organisierte Bürger*innenbeteiligungen. Soll dieser zeitliche und finanzielle Aufwand umsonst gewesen sein?
Das Gelände wird zurzeit auch schon vielseitig genutzt. Dort sind verschiedene Gewerbe, eine Unterkunft für geflüchtete Menschen, ein Jugendtreff und Freizeitmöglichkeiten. Beim Verkauf des Geländes wäre es schon ab Ende des Jahres nicht mehr für die Allgemeinbevölkerung nutzbar. Das bedeutet, dass ein wichtiger Ort der Stadt verloren geht, ohne dass adäquate Alternativen geschaffen werden können.
Das können und dürfen wir nicht akzeptieren!
Diese Entscheidung betrifft uns alle und sie darf nicht über unsere Köpfe hinweg getroffen werden. Kiel braucht Orte wie das MFG-5-Gelände: offen, sozial und lebendig.
Unterzeichne die Petition und setze dich mit uns für die Entwicklung von Kiel ein!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Laceskate, Kiel
Demonstration am Antikriegstag in Kiel:
Sand ins Getriebe –
Gegen Wehrpflicht und Militarismus
Am 1. September 2025 rief ein Bündnis von verschiedenen Kieler Jugendorganisationen zu einer gemeinsamen Demonstration gegen die Einführung der Wehrpflicht auf. Bei regnerischem Wetter beteiligten sich ca. 300 meist jüngere Menschen und UnterstützerInnen aus der Friedensbewegung an der Demonstration, die nach einer Kundgebung auf dem Asmus-Bremer-Platz startete und mit einer Zwischenkundgebung vor der Hörnbrücke bis nach Gaarden zum Vinetaplatz führte.
In ihrem Aufruf heißt es:
„Die Bundesregierung will die Wehrpflicht wieder einführen. Das bedeutet: Bist du nach 2007 geboren, erhälst du einen Musterbrief, den du ausfüllen musst. So soll deine „Wehrfähigkeit“ bewertet werden. Hast du Pech, wirst du zum Wehrdienst einberufen. Für Kriege, die nicht in deinem oder unserem Interesse sind – nur im Interesse der Reichen und Mächtigen!
Wir, ein Bündnis aus verschiedenen Jugendorganisationen, stellen unsdagegen – wir sagen: Nein zur Wehrpflicht! Lasst uns diesen Protest auf die Straße tragen am Antikriegstag am 1. September und die Wiedereinführung der Wehrpflicht verhindern!“




Veranstaltungen für den Frieden:
Mobilisierung zur Friedensdemonstration
am 3. Okt. 2025 in Berlin und Stuttgart
„Nie wieder Kriegstüchtig! Stehen wir auf für den Frieden!“
Was nach Ende des Faschismus in Europa undenkbar schien, ist im 80. Jahr des Kriegsendes und der Gründung der UNO nun wieder Realität. Es wird zum nächsten großen Krieg gerüstet! Dem stellen wir uns entgegen! „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden!“ Das ist die Losung, die alle Unterstützer mittragen.
In der Ukraine ist kein Ende des Krieges in Sicht, in Gaza ist die Regierung Netanjahus dabei, ein Volk auszulöschen. Beides findet mit Hilfe der deutschen Regierung statt. Von den anderen Kriegen in der Welt wird kaum noch Notiz genommen, die auch bei diesen häufig gegebene deutsche Mitverantwortung wird totgeschwiegen. Die Medien unterstützen zu großen Teilen die gefährliche Aufrüstungs- und Kriegspolitik der Regierung und stimmen die Bevölkerung darauf ein, ihren Kriegskurs zu unterstützen. Dem stellen wir uns entschieden entgegen!
Die Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!“, die den Impuls für die Demo am 3. Oktober gesetzt hat, schreibt u.a. in ihrem Aufruf:
„Die Bundesregierung hält an ihrer Politik der Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete fest. Sie eskaliert durch Waffenlieferungen an die Ukraine den Krieg, statt zu helfen, ihn zu beenden. Durch Waffenlieferungen an Israel unterstützt sie den Völkermord an den Menschen in Gaza und Palästina sowie die völkerrechtswidrigen Angriffskriege Israels gegen mehrere Länder und seine Besatzungspolitik.“
Die Mobilisierung hat begonnen, jetzt sind alle Menschen und Gruppen aufgefordert, aktiv dafür zu werben, damit wir unüberhörbar werden. Weitere Einzelheiten und die Möglichkeit Material zu bestellen, findet man auf unserer Webseite
www.nie-wieder-krieg.org und der Bündniswebseite www.friedensdem0310.org.
Bundesweite Demonstration am 3. Oktober 2025 in Berlin und Stuttgart
Am 3. Oktober soll der Heiße Herbst seinen politischen Höhepunkt in der bundesweiten Demonstration in Berlin und Stuttgart finden, die von der Initiative „Nie wieder Krieg – die Waffen nieder“ im Bündnis mit der IPPNW, Pax Christi, Ohne Rüstung leben, dem Netzwerk Friedenskooperative und der DFG-VK initiiert wurde. Beide Demonstrationen beginnen um 13 Uhr, in Berlin auf dem Bebelplatz, in Stuttgart auf dem Schlossplatz.
Über 400 Organisationen rufen inzwischen für die Demonstrationen „Nie wieder kriegstüchtig – stehen wir auf für Frieden“ in Berlin und Stuttgart auf. Mittlerweile rufen auch gewichtige Stimmen aus der SPD wie der Erhard-Eppler-Kreis zur Beteiligung auf. Der Aufruf der ver.di Bezirke Stuttgart, München und Baden-Württemberg erfreut uns besonders.
Es liegt an uns, diesen Höhepunkt des heißen Herbstes zum Erfolg zu führen! Nutzt die verbleibende Zeit für vielfältige Werbung mit Plakaten, Flyern und kleinen Werbeclips. Verabredet euch mit Freunden, gemeinsam nach Berlin und Stuttgart zu reisen. Sammelt Unterschriften unter den Berliner Appell gegen die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen, die als Erstschlags- und Enthauptungsschlagwaffen die Spannungen mit Russland drastisch erhöhen.
Die rechtsradikale israelische Regierung eskaliert skrupellos ihren verbrecherischen Vernichtungskrieg in Gaza. Ihr auswegloser Versuch, die Hamas von der Landkarte zu tilgen verschärft die humanitäre Lage der Millionen Männer, Frauen und Kinder im vom israelischen Bombenhagel zur Unbewohnbarkeit zerstörten Streifen. Der millionenfache Schmerz der ums nackte Überleben Kämpfenden in dieser Wüste von Trümmern und Zelten hat in vielen europäischen Hauptstädten bereits Hunderttausende auf den Straßen zusammengeführt. Die Bundesregierung aber unterstützt Israel nach wie vor durch ökonomische, politische und militärische Zusammenarbeit. Wir fordern euch auf: Unterstützt die vielen Palästina-Solidaritätsaktionen, die es überall in Deutschland gibt.
Protestiert gegen die wahnwitzigen Aufrüstungspläne der Bundesregierung! Greift ein! Nutzt die Zeit der Beratungen zum Haushalt im Bundestag. Verhindert, dass das Füllhorn über die Bundeswehr ausgeschüttet wird. Schon 2026 wächst die NATO-Quote auf 2,8 Prozent des BIP. Das sind 127 Milliarden Euro. Letztes Jahr waren es noch 86 Milliarden Euro. Dies ist erst der Anfang eines gigantomanischen Aufrüstungsplans, der in 10 Jahren – bei 5 Prozent NATO-Quote – Ausgaben von 314 Milliarden von uns Steuerzahlerinnen und -zahlern verlangt. 250 der 314 Milliarden Euro sind auf Pump. Schulden, die mit Zins- und Zinseszins von uns zurückgezahlt werden müssen. Wer diese Aufrüstung ablehnt, muss auf die Straße kommen!
Rednerinnen und Redner am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart
Für die Kundgebungen in Berlin und in Stuttgart haben sich zahlreiche Rednerinnen und Redner angekündigt. Per Video werden Jeffrey Sachs (ehemaliger Sonderberater von drei UN-Generalsekretären, Wirtschaftswissenschaftler, Columbia University) und von Dr. Ghassan Abu-Sittah (Plastischer Chirurg, Universität Glasgow, leistete medizinische Hilfe in Gaza für „Ärzte ohne Grenzen“) in beiden Städten dabei sein.
Für Berlin haben zugesagt: Dr. Ralf Stegner (MdB, SPD), Özlem Demirel (MdEP, Die Linke), Christian Leye (Generalsekretär des BSW), Andrea Hornung (Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“, SDAJ-Bundesvorsitzende), Basem Said (palästinensische Community), Jürgen Grässlin (Publizist) sowie die Kriegsdienstverweigerer Artem Klyga und Andrii Konovalov. Musikalische Unterstützung kommt von Vizzion und Masur (Rapper), Strom&Wasser (Ska-Punk-Polka-Randfiguren-Walzer-Rock),Tino Eisbrenner (Songpoet und Liedermacher), Tony Ávila (Songwriter aus Kuba) und Pablo Miró (argentinisch-deutscher Musiker).
In Stuttgart sind Margot Käßmann (ehem. EKD-Ratsvorsitzende), Ulrike Eifler (Gewerkschaftssekretärin), Lothar Binding (Vorsitzender der SPD AG 60 plus), Sevim Dağdelen (BSW), Alev Bahadir (DIDF), Rihm Hamdan (Palästinenserin), Wieland Hoban (Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden), Vincent Leuze (Ver.di Jugend), Ronja Fröhlich (Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“), Maike Schollenberger (ver.di Landesbezirksleiterin BaWü) und Anthony Cipriano (VVN/BdA) am Start. Musikalische Unterstützung kommt von Toba Borke (Freestyle-Rapper) und von Bernd Köhler alias „Schlauch” (Liedermacher).
Samstag, 11. Oktober 2025 –
Demonstration „NATO-Atomkriegsmanöver 2025 stoppen!“
Deutsche Politikerinnen und Politiker fordern 80 Jahre nach Hiroshima eine deutsche Atombombe oder eine europäische Fähigkeit, Atombomben – mit Frankreich oder Großbritannien – einsetzen zu können. Die EU will aufrüsten und kriegsfähig werden. Ein Krieg zwischen Russland und der NATO wird für 2028/2029 von deutschen Politikerinnen und Politikern herbeigeredet. Statt auf Diplomatie und Verständigung zu setzen, wird Kriegstüchtigkeit gefordert. Milliarden Euro sollen in neue Aufrüstung und Kriegsvorbereitung gesteckt werden. Die Wehrpflicht zum Krieg soll wieder eingeführt werden.
Auftakt: 12 Uhr, am Fliegerhorst Nörvenich, Oswald-Boelcke-Allee, ab 13 Uhr, Demonstrationszug nach Nörvenich, dort ca. 14-16 Uhr, Kundgebung: Schlosspark Nörvenich
Beteiligt euch an den Demonstrationen, bildet Fahrgemeinschaften und organisiert Busse, wir freuen uns euch auf der Straße zu sehen! Gerne weiterverbreiten!
• Mo., 27. und Di., 28. Okt. 2025, 20 Uhr, Alfred-Schnittke-Akademie, Max-Brauer-Allee 24, Hamburg
„Russland und wie weiter“, Vortrag von Gabriele Krone-Schmalz
Info: https://schwarzenaechte.de/veranstaltungen/gabriele-krone-schmalz
• 8. und 9. Nov. 2025 – Bundesweiter Friedensratschlag in Kassel, Philipp-Scheidemann-Haus
Weitere Infos: https://friedensratschlag.de/friedensratschlag-2025/
• 15. und 16. Nov. 2025 – IMI-Kongress in Tübingen: Militärrepublik verweigern!
Weitere Infos: www.imi-online.de
Weitere Termine der Friedensbewegung in diesem Jahr: www.friedensratschlag.de/termine/
Veranstaltungshinweise für Kiel
• Freitag, 10. Okt. 2025, 18.30 Uhr, Die Pumpe, Galerie, Haßstraße 22, Kiel
Reisebericht von Adolf Popall. Er berichtet über seine spannende mehrwöchige Reise nach Sibirien und zu den Komoren.
Veranstalter: DFG-VK Kiel
Von Sibirien bis zu den Pomoren und weiter – als Tourist im Sommer 2025 in Russland
„In den letzten zwei Jahrzehnten habe ich viele Kontinente und Länder als Rucksacktourist bereist. Dabei immer auch das Ziel verfolgt, fremde Menschen, Kulturen, Religionen und Politik zu verstehen. Dies ist getragen von der Idee, dass der Mensch gegenüber Staaten und deren Bürgern, die er persönlich kennenlernt, innerlich verbunden bleibt und dies Feindschaften wie auch Gewalt verhindert. Diese Idee gilt für mich auch heute noch uneingeschränkt gegenüber den Menschen in Russland. So bin ich sechs Wochen durch Russland gereist und werde darüber berichten“. Adolf Popall
• Freitag, 17. Okt. 2025, 18 Uhr, bei Manfred Marunge, Molfsee
Russischer Treff für junge Leute. Wir wollen uns speziell über Fragen junger Leute unterhalten. Dieser Treff soll zukünftig regelmäßig stattfinden. Wir wollen besprechen welche Themen und Aktivitäten wir demnächst anpacken wollen. Dazu gibt es ein Video vom Tag Russlands in Nishni Novgorod 2024 und aktuelle russische Musikvideos. Für Getränke ist gesorgt.
Veranstalter: Deutsch-Russische Gesellschaft Kiel
• Samstag, 18. Okt. 2025, 15 Uhr, Flandernbunker, Kiel (Kiellinie 249, 24106 Kiel)
Frieden - Wie geht das? – Informations- und Podiumsdiskussion des ZAA (Zusammenarbeitsausschuss der Friedensbewegung S-H) mit
- Dr. Ralf Stegner, MdB,
- Arno Gottschalk (bremische Bürgerschaft)
- Dr. Horst Leps (Hamburg) ZAA
• Sonntag, 19. Okt. 2025, 18 Uhr, Opernhaus Kiel
Sie sprechen wieder von großen Zeiten: Ein Liederabend zu Krieg und Frieden mit Stefan Bone am Theater Kiel
• Montag, 20. Okt. 2025, 19 Uhr,
Haus der Heimat, Wilhelminenstr. 47-49, Kiel
Gesprächskreis der Nachdenkseiten in der Kielregion mit Jens Berger „Wem gehört Deutschland“
• Dienstag, 21. Okt. 2025, 18 Uhr im Gewerkschaftshaus
Treffen des Kieler Friedensforums
• Samstag, 25. Okt. 2025, 12 Uhr, Friedenswerkstatt, Exerzierplatz 19, Kiel
Wie gegen die Wehrpflicht wehren? DFG-VK
Demonstration der Initiative "Nein zur Wehrpflicht":
Sand ins Getriebe - Gegen Wehrpflicht und Militarismus!
Mo., 1. September 2025, 17 Uhr, Asmus-Bremer-Platz


Kiel-Holtenau:
Wohnraum statt Kriegshafen – Kein Verkauf des MFG-5-Geländes!
Die Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI ist entsetzt über den beabsichtigen Rückkauf des ehemaligen MFG5-Geländes durch die Marine.
„Auf dem ehemaligen MFG5-Gelände entscheidet sich Kiels Zukunft. Dort ist das wichtigste Kieler Stadtentwicklungskonzept geplant. Kiel braucht dringend bezahlbaren Wohnraum und kann auf den Platz für Wohnen und Gewerbe, den der zukünftige Stadtteil Holtenau Ost bietet nicht verzichten. Das ehemalige MFG5-Gelände gehört den Kieler*innen und ist bereits jetzt ein beliebter Ort für einen Spaziergang oder ein Picknick geworden. Es muss der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Ein Verkauf des Geländes an die Marine oder die Bundeswehr ist mit uns auf keinen Fall zu machen!“, empört sich Ratsmitglied Björn Thoroe, Vorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE/Die PARTEI.
Es gibt anscheinend ernsthafte Bestrebungen seitens der Marine, das ehemalige MFG-5-Gelände zurückzukaufen und auch bereits laufende Abstimmungen dazu zwischen Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und er Marine. Erfahren haben die Ratsfraktionen davon aus der Presseberichterstattung der Kieler Nachrichten. Ein Verkauf des ehemaligen MFG-5-Geländes wäre für die Landeshauptstadt Kiel katastrophal. Es würde das Aus für das wichtigste Stadtentwicklungsprogramm bedeuten, an dem die Stadt bereits seit deutlich mehr als einem Jahrzehnt arbeitet. Nicht nur die bisher investierten zeitlichen und finanziellen Ressourcen wären verloren, auch der gesamte neue Stadtteil Holtenau Ost mit dringend benötigtem Wohnraum in erheblichem Umfang würde nicht realisiert werden können. Außerdem würde eine mögliche Rückzahlung bereits erhaltener Städtebaufördermittel drohen.
„Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen! Und das ehemalige MFG-5-Gelände wurde uns ja nicht einmal geschenkt. Die Stadt und das Land haben 30 Millionen Euro dafür gezahlt. Und seitdem sind weitere Millionen in Planung, Sanierung und Erschließung geflossen. Der zeitliche Aufwand für die Beteiligungs- und Entwicklungsverfahren müssen auch berücksichtigt werden. Außerdem ist Kiel auf das Gebiet einfach angewiesen.
Grundfläche ist für eine aus allen Nähten platzende Stadt wie Kiel das wichtigste Gut überhaupt. Wir brauchen mehr davon und nicht weniger, deshalb sind alle Verhandlungen über einen Verkauf des Geländes für uns überflüssig!“, bekräftigt auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Ratsmitglied Ove Schröter.
(Pressemitteilung der gemeinsamen Ratsfraktion von DIE LINKE/Die PARTEI, 9.7.2025)

LINKE RUNDE
DIE LINKE lädt regelmäßig alle 2 Wochen mit wechselnden Themen ein zur „Linken Runde“.
Zuletzt wurde sich unter vielfältiger Beteiligung mit dem geplanten Rückkauf des MFG-5-Geländes durch die Bundeswehr auseinandergesetzt und dabei Materialien und Aktionen besprochen, um gegen diesen Verkauf und für die Beibehaltung der Stadtteilentwicklung aktiv zu werden.
In einer weiteren Linken Runde sollen Entwürfe finalisieret werden um darüber geredet werden, wie sie am besten möglichst viele Menschen erreichen und sie motivieren, sich ebenfalls gegen den Verkauf des MFG-5-Geländes einzusetzen!
Beim ehemaligen MFG-5-Gelände handelt es sich unter der Bezeichnung „Sanierungsgebiet Holtenau-Ost“ um das wichtigste Stadtentwicklungsprojekt Kiels. Dort soll u.a. dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum entstehen und bereits über ein Jahrzehnt lang hat die Stadt Geld und Arbeit in das Projekt investiert. Zudem hat dieses Gebiet großen Wert für Sport, Kultur und Erholung erlangt.
Aus der Presse war vor wenigen Wochen zu erfahren, dass die Bundeswehr das Gelände von der Stadt zurückkaufen will und dass darüber auch schon Besprechungen zwischen Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und der Marine stattgefunden haben.
(Siehe Einladung zur Linken Runde unter https://linke-kiel.de)
Die Zukunft am Wasser
So hieß die Vision für Holtenau Ost: „Es ist das Zukunftsquartier Kiels – ein besonderer, wertvoller Standort für gemeinschaftliches Handeln, Vielfalt und Austausch von Ideen.
Hier wird die Kultur gelebt, Neues zu entwickeln, Experimente zuzulassen, gemeinsam zu lernen, Fortschritte sichtbar zu machen sowie Mensch und Natur in Verbindung zu bringen. Als Tor nach Skandinavien wird Holtenau Ost auch international Botschafter Kiels.“ schreibt die Stadt Kiel auf ihrer Internetseite.
Am 17. Oktober 2024 hat die Kieler Ratsversammlung einstimmig das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept Holtenau Ost (Fortschreibung)“ beschlossen. Damit liegt nun der Masterplan zum Erreichen der „Vision für Holtenau Ost“ vor.
Geplant sind 2.250 Wohnungen, 13 Hektar Wirtschaftsflächen, 20 Hektar Wald und 2 km Küstenlinie.
Seit 2012 gibt es Planungen mit öffentlicher Bürgerbeteiligung und Beschluss der Ratsversammlung. Nun will die Bundeswehr im Rahmen der Aufrüstung das Gelände für sich beanspruchen. Dagegen regt sich berechtigter Protest.

Alle Infos und Bildquelle unter: https://www.kiel.de/de/kiel_zukunft/kiel_plant_baut/sanierungsgebiet_holtenau_ost.php
Arbeitskreis Frieden - ver.di Kiel/Plön:
Wir wollen für den Frieden arbeiten!

Generationen von Gewerkschafter*innen haben für diese Forderung gekämpft. Heute wird es immer dringender die Diskussion darüber zu führen, was Mitglieder der DGB-Gewerkschaften für ein Ende der Kriege beitragen können.
Aktuell können wir eine Kampagne der Regierenden gemeinsam mit Konzernen und Medien sehen, in denen der Rüstung, der Militarisierung und damit einer Beteiligung an Kriegen das Wort geredet wird.
„Kriegstüchtig“ sollen Alle werden – es geht nicht „nur“ darum Menschen für die Bundeswehr zu rekrutieren, es geht nicht mehr „nur“ darum, die Aufrüstung der Bundeswehr widerstandslos zu akzeptieren. Jeder soll sich verantwortlich fühlen.
Inzwischen kann sich niemand mehr herausreden: Die ganze Gesellschaft wird in allen Bereichen nicht mehr nur gedanklich auf Verzicht für „unsere Sicherheit“ orientiert. Es wird gestrichen, gekürzt bei den Ausgaben für Daseinsfürsorge und die Zustimmung der Bevölkerung vorausgesetzt.
Das erste „Sondervermögen“ der Ampel im April 2022 verschleuderte mit der Begründung der „Zeitenwende“ 100 Milliarden Steuergelder, um den angeblichen Notstand der Soldat*innen bei Unterwäsche und Uniformen zu finanzieren.
Im März 2025 folgte, noch kurz vor der Bildung der neuen Regierung, das zweite „Sondervermögen“ in Höhe von insgesamt 1000 Milliarden = eine Billion Euro für das Militär und Infrastruktur.
Mit ihren Begründungen holten der wenige Tage danach gewählte Kanzler und seine Vize auch die Grünen ins Boot. Merz (CDU) meinte: „Es ist ein Krieg auch gegen unser Land, der täglich stattfindet“ und Klingbeil (SPD) sprach von „... einem positiven Aufbruch für Deutschland und Europa“ sowie von „Führungsverantwortung Deutschlands“, für die Grünen gab es das Versprechen zur Klimaneutralität bis 2045.
Wenn schon seit Februar 2022 immer wieder zu lesen war, dass anerkannte Wehrdienstverweigerer erklärten „heute würde ich nicht mehr verweigern“ fügten sich in den letzten Monaten zu dem OB Kämpfer aus Kiel, Ex-Minister Habeck aus Flensburg sich nun auch von Campino, Udo Lindenberg bis zu Alice Schwarzer ihr neues Verständnis für „Wehrhaftigkeit“ hinzu. Die Zustimmung der vermeintlichen „Eliten“ für die Kriegslogik und Hochrüstung wird millionenfach über Medien transportiert.
Mitglieder in Gewerkschaften sind ein Teil der Gesellschaft. Es werden hier die Argumente pro und contra „Kriegstüchtigkeit“ auch unter dem Aspekt der Auswirkung auf den eigenen Arbeitsbereich diskutiert. Inzwischen werden nahezu alle Branchen direkt oder indirekt aufgefordert, sich in das „Sicherheitsdenken“ und damit in die Militarisierung einzufügen.
Die Gewerkschaften werden damit spätestens in den Tarifkämpfen konfrontiert. Festzustellen war dies bei den Verhandlungen und Streiks im Öffentlichen Dienst zum Beginn diesen Jahres.
Den Forderungen der Gewerkschaft ver.di hielt die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser entgegen, sie erwarte einen fairen Ausgleich „zwischen den Interessen des öffentlichen Dienstes und dem notwendigen Respekt vor den Beschäftigten - und auf der anderen Seite aber auch vor den schwierigen Haushaltslagen“. Nicht nur bei den Kommunen, sondern auch beim Bund sei die finanzielle Lage angespannt, betonte die SPD-Politikerin, die selbst beide „Sondervermögen“ für Aufrüstung mit initiiert hat.
Der ver.di-Vorstand hielt dagegen: „Die künftige Bundesregierung will 500 Milliarden Euro Sondervermögen für Infrastruktur lockermachen. Das ist gut, aber wir brauchen auch Investitionen in Köpfe, in Hände, in Menschen – in Euch!“ Das auch die Infrastruktur letztlich nur in den Bereichen verbessert werden soll, die der Kriegsvorbereitung dienen, das wurde auch von ver.di gar nicht oder wenig kritisiert.
Der Hinweis auf die knappen Kassen der Unternehmen und Konzerne, der aus allen Richtungen und für alle Branchen kommt, soll die Forderungen der Gewerkschaften kleinhalten.
Die Betriebe und die Beschäftigten hoffen alle irgendwie von dem „Sondervermögen“ zu profitieren. Vom Straßenbau bis zur Bekleidungsindustrie wird versucht Aufträge zu bekommen, die „im Interesse der Sicherheit“ und für die Bundeswehr vergeben werden.
Das heißt nicht, dass deshalb mehr Geld auf die Konten der Beschäftigten fließt. Jedoch wird ihnen damit eine größere Arbeitsplatzsicherheit suggeriert.
Das Geld der „Sondervermögen“ wird allerdings nicht in Menschen, sondern in Material, in Waffen und Logistik investiert – d. h. die Industrie für Rüstung und Infrastruktur zur Militarisierung sind die Profiteure.
Die Beschäftigten müssen auch in diesen Branchen nach wie vor für ihren Lohn, für gute Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten kämpfen. Und sich immer wieder selbst fragen oder mit anderen diskutieren, ob Arbeitsplätze für die Rüstungsindustrie, die das Töten zum Geschäft machen, überhaupt gute Arbeitsplätze sein können.
Dabei spielt die von Scholz und von SPD/Grüne ausgerufene „Zeitenwende“ auch bei Gewerkschaften und ihr Eintreten für oder gegen Aufrüstung eine Rolle.
Besonders deutlich wird dies in Kiel, in der Rüstungsindustrie. Gab es vor Jahren noch den Arbeitskreis, der sich für eine Umwandlung der Werft zur zivilen Produktion einsetzte, ist davon öffentlich keine Rede mehr. Rüstungskonversion steht für viele ebenso nicht im Denken, wie die Forderung nach einem Ende der Waffenlieferungen, geschweige denn ein Ende der Produktion von Waffen.
Für die IG-Metall Kiel argumentiert Stephanie Schmoliner zum Erhalt der in Insolvenz geratenen Gießerei Procast: „Die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit erfordert den Bau vieler Fahrzeuge. Und deren Motoren basieren nun einmal auf hochpräzisen Gusskomponenten.“
Von einem Protest der Mitglieder der Gewerkschaft ist gegen diese glasklare Aussage für Rüstungsproduktion nichts zu hören. Doch so deutlich wurde sich in Kiel seit Jahrzehnten nicht mehr aus dem DGB-Haus geäußert, obwohl es schon immer den Spagat in den Gewerkschaften zwischen friedenspolitischen Ansätzen und der Argumentation das Rüstung die Arbeitsplätze in Kiel sichert, gegeben hat.
Dies zeigt, dass die Diskussion um Rüstung und Arbeitsplätze in der zivilen Industrie eher einige Schritte zurück gegangen ist. Es wird nun nicht mehr der Erhalt der Arbeitsplätze gefordert mit Produktionen, die das Leben der Menschen verbessern, bereichern, sondern in Kauf genommen, dass nur „die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit“ gegen Arbeitsplatzvernichtung zählt.
Ähnliches sehen wir im Gesundheitswesen, nachdem in den vergangenen Jahren viele Kliniken geschlossen wurden, werden nun Konzepte entwickelt, um „Verletzte aus den möglichen Kriegen“ zu versorgen und Kliniken dafür auszubauen.
Diese Art der Militarisierung darf nicht an den Beschäftigten vorbeigehen. Es muss in den Betrieben selbst und in den Gewerkschaften die Diskussion um diese Kriegspolitik geführt werden. Kiel ist Drehscheibe der Rüstungspolitik, der Waffenlieferungen, NATO-Manöver in der Ostsee beginnen und enden hier.
Gewerkschaften sollten deutlich machen: Mit Waffen ist kein Frieden zu machen!
Der seit Beginn diesen Jahres aktive ver.di-AK Frieden in Kiel-Plön bietet die Möglichkeit zur Diskussion über diese Fragen.
Als Referent geladen ist der stellvertretende Bezirksvorsitzende von ver.di Stuttgart, Norbert Heckl, Aktivist in der gewerkschaftlichen und außergewerkschaftlichen Friedensbewegung.
Die Mitglieder aller Gewerkschaften und alle Friedensfreund*innen sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und über die notwendigen Antworten auf die aktuellen Herausforderungen zu diskutieren.
Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 19.9.2025 um 19 Uhr im Foyer des Kieler Gewerkschaftshauses.

Wer mehr etwas über die friedenspolitische Arbeit des Referenten erfahren möchte, sollte seinen Bericht von der Konferenz „Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg!“ lesen:
- https://www.kommunisten.de/rubriken/aus-den-bewegungen/9285-3-konferenz-den-frieden-gewinnen-nicht-den-krieg-norbert-heckl-berichtet
- https://www.kommunisten.de/rubriken/aus-den-bewegungen/9289-den-frieden-gewinnen-nicht-den-krieg-2-tag
Bettina Jürgensen
Der Arbeitskreis Frieden bei ver.di Kiel-Plön trifft sich monatlich jeweils am ersten Mittwoch im Gewerkschaftshaus in Kiel um 18 Uhr.


