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Ostsee/Kiel:
Die NATO übt Krieg
Für das Militärmanöver „Steadfast Dart 26“ bei dem mehrere Hundert Eliteeinheiten aus der Türkei, Italien, Spanien und Deutschland unter dem Kommando der „Speerspitze der Nato“ der sog. „Allied Reaktion Force“ (ARF) teilnahmen, wurden 12 Kriegsschiffe vorher im Kieler Marine- und Natostützpunkt versorgt.
Protestdemonstration am Kieler Hafen
Nicht nur wegen der Teilnahme der türkischen Marine mit vier Kriegsschiffen und dem 236 Meter langen Drohnen-Angriffsschiff „Anadolu“ gab es zum Empfang in Kiel am 12. Februar 2026 eine Protestdemonstration.
Unter dem Motto „Krieg beginnt hier: Gegen das NATO-Manöver in Kiel“ demonstrierten 100 Antimilitaristen auch im Zeichen der Solidarität mit der kurdischen Befreiungsbewegung, die derzeit von dem türkischen Regime und der mit ihm verbündeten dschihadistischen syrischen Übergangsregierung militärisch angegriffen wird (siehe nebenstehende Artikel dazu).
Truppenanlandung in der Hohwachter Bucht
An der schleswig-holsteinischen Küste bei dem Militärstützpunkt Putlos/Todendorf probte das türkische amphibische Angriffsschiff anschließend am 17.2.2026 die Anlandung von Truppen mit Landungsbooten, Schwimmpanzern, Schnellbooten und Hubschraubern. „Die militärische Kraft der Nato ist heute unübertroffen“, soll Generalinspektor der Bundeswehr Breuer gesagt haben. Verteidigungsminister Pistorius (SPD) war am Strand dabei und meinte wohl den Krieg Richtung Moskau: „Wenn an der Ostflanke etwas passiert, dann müssen Nato-Truppen schnell verlegt werden – und das durch ganz Deutschland“.
Innerhalb von 10 Tagen wurden für die Militärübung aus der Türkei, Italien und Spanien die Nato-Truppen aus dem Mittelmeer in die Ostsee verlegt. Und die KN (vom 19.2.2026) beschreibt das Kriegsscenario: „... Bevor die erste Truppe den Strand von Putlos stürmt, räumen deutsche und niederländische Minenjagdboote den Seeweg. Spanische Mienentaucher steigen ins eiskalte Wasser und beseitigen Sprengfallen. Über ihnen kreisen spanische Hubschrauber und geben Luftunterstützung. Mit der zweiten Welle bahnen sich die neuen türkischen Schwimmpanzer des Typs „Zaha“ ihren Weg an Land. Die 30 Tonnen schweren Fahrzeuge, die seit 2023 in der Türkei produziert werden, ersetzen klassische Landungsboote. Sie bringen die Infanterie geschützt vom Schiff direkt an den Strand.“ Ob die wohl auch russisch sprechen? Die Militärexperten sind schlau: „Im Fall der Fälle würde man das Kriegsgerät wohl eher im Baltikum an Land bringen, also näher an der Ostflanke.“
Die türkische „Anadolu“ ist der erste Drohnenträger der Nato mit 41 Drohnen des Typs „Bayraktar TB3“ an Bord. Der Einsatz in Putlos war eine Premiere für die Türkei und die Nato: Das erste Mal wurden auf der Ostsee Kampfdrohnen mit scharfen Waffen ausprobiert.

Bild Wikipedia: Die „Anadolu“ am Bosporus 29. Oktober 2023
Kurzfristiges Militärmanöver „Eastern Sentry“ in Lettland
Wegen angeblicher russischer Drohnenangriffe im September 2025 soll Polen die Nato um Beistand gebeten haben. Als Reaktion darauf sendet ein neues Nato-Kommando „Allied Joint Force Command“ den türkische Drohnenträger „Anadolu“ gleich in das nächste Militärmanöver „Eastern Sentry“ in Richtung Lettland. Hier soll es an der „Ostflanke“ ... „ein klares Signal nach Osten“ geben. In einer Mitteilung der Nato heißt es lt. KN (vom 23.2.2026): „Das größte Schiff des Manövers Steadfast Dart wird unter Nato Aircom operieren und die Luftüberwachung und Luftverteidigung entlang der Ostgrenze des Bündnisses verstärken“ ... „Dieser Einsatz sendet eine unmissverständliche Botschaft: Die Nato ist wachsam, geeint und bereit, jeden Zentimeter ihres Territoriums zu verteidigen!“
Aha, so erfahren wir in einem Nebensatz, dass die Nato die Ostsee einseitig zu ihrem Territorium erklärt hat. (Etwa so wie Trump gegenüber Grönland.) Also eine klare Provokation gegenüber Russland, deren wichtigster Handelshafen St. Petersburg in direkter Nähe liegt und von den Sanktionen durch die EU und USA seit 2014 bedrängt wird.
Nächstes Militärmanöver „Kalte Antwort“
Damit ist nicht genug. Alle Militäreinheiten kommen wieder nach Kiel zum Nato-Stützpunkt um voll zu tanken und sich auszurüsten für das nächste Nato-Manöver „Cold Response“ (Kalte Antwort) Anfang März in Norwegen. Dabei sollen die aus dem Mittelmeer stammenden Soldaten mal kennenlernen, was es bedeutet, bei Minus 20 Grad Krieg zu spielen, denn das Manöver führt die Einheiten weiter über den Polarkreis nach Norden. Dort, wo die russischen Öltanker vorbeifahren, wenn sie weiter nach Murmansk müssen, um eine Pipeline zu erreichen, weil ihnen der Zugang zur Ostsee nach St. Petersburg militärisch verwehrt wurde. (uws)

