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Kiel-Holtenau Ost:

MFG 5 bleibt zivil

Die Stadt Kiel geht davon aus, dass die geheimen Verhandlung mit der Bundeswehr über den Verkauf des MFG-5-Geländes zwischen Ulf Kämpfer und den Bundeswehr-Admirälen noch im Februar 2026 zu einem Ergebnis kommt, das dann auf der Ratsversammlung zur Abstimmung gestellt und beschlossen werden soll.

Eine Initiative von Menschen die auf dem Gelände seit Jahren aktiv sind, dort Freizeit gestalten, leben und wohnen oder sich in den letzten Jahren für die Gestaltung eines neuen Stadtteils Holtenau Ost eingebracht haben, sieht das anders.

Bürgerentscheid durch die Stadt Kiel

Es wäre sehr wohl möglich, dass die Stadt einen Bürgerentscheid darüber durchführen lässt.
Warum wird für ein ungewisses Projekt, wie die Olympiabewerbung der Stadt Kiel ein Bürgerentscheid organisiert, aber es gibt keinen demokratischen Bürgerentscheid für das herausragendste Zukunftsprojekt der Stadt Kiel, einen neuen Stadtteil Holtenau Ost zu bauen, mit sozialem Wohnungsbau, Freizeitmöglichkeiten und Wasserzugang?
Auf der Live-Veranstaltung des Deutschlandfunks am 18.2.2026 zum Thema „Kaserne statt Wohnungsbau? Mehr Platz für die Bundeswehr“ mit ca. 70 Teilnehmern, dem auslaufenden Bürgermeister der Stadt Kiel, Ulf Kämpfer, einem BW-Admiral Meyer und Andreas Meyer für die Initiative für bezahlbares Wohnen Kiel wurden die Interessen beim Verkauf des ehem. MFG-5-Geländes diskutiert.

Immer wieder wurde vom BM behauptet, dass die Bundesregierung das Gelände für die militärische Nutzen enteignen könne und dass es deshalb besser wäre mit der Bundeswehr zu verhandeln, um angeblich mehr „herauszuholen“.

Von den beteiligten Menschen, die das MFG5-Gelände derzeit nutzen oder dort eine Zwischennutzung (Ca. 50 Organisationen und Betriebe) haben, wurde bemängelt, dass sie nicht an den Verhandlungen beteiligt werden. Das gilt auch für alle Kielerinnen und Kieler für die der geplante neue Stadtteil eine unersetzbare Zukunftsperspektive darstellt.

Veranstaltung des DLF zum Nachhören:
https://www.deutschlandfunk.de/kaserne-statt-wohnungsbau-mehr-platz-fuer-die-bundeswehr-100.html

Verkauf ablehnen!

Der Verkauf des Geländes könnte abgelehnt werden und entsprechend des Landesbeschaffungsgesetzes müsste gerichtlich über Enteignungsmöglichkeiten verhandelt werden, falls die Bundeswehr einen Antrag auf Enteignung stellt. Dies wäre ein komplexes Verfahren, das jahrelang dauern kann.

Diese Zeit wäre sinnvoll nutzbar, um die tatsächlichen sicherheitspolitischen Notwendigkeiten zu überdenken, statt die Zukunftsentwicklung der Stadt Kiel dauerhaft zu behindern.

Es ist beschämend, dass die demokratische Mehrheit des Stadtrates, hier insbesondere die Grünen und die SPD, nicht wie selbstverständlich den Verkauf des MFG5-Geländes in einen Bürgerentscheid alle Kielerinnen und Kieler abstimmen lassen.

Die Baumbesetzer machen weiter

„Voßbrook für Alle, MFG5 bleibt zivil“ ist das Motto einer Gruppe, die seit Monaten das MFG-5-Gelände (ursprünglich als Voßbrook bekannt) besetzt, um den drohenden Verkauf des Geländes an die Bundeswehr zu verhindern. Die Aktion ist eine direkte Intervention in einem Prozess, in dem viel zu schnell und undemokratisch Entscheidungen vorangetrieben werden, gegen den ausgesprochenen Willen vieler in Kiel lebender Menschen und ohne Rücksicht auf deren Bedürfnisse. Sie luden nach Redaktionsschluss zu einem Offenen Treffen ein.
„Dort wollen wir gemeinsam darüber reden, wie ihr euch einbringen könnt und was eure eigenen Ideen für die Gestaltung des Voßbrook sind ... Lasst uns gemeinsam noch mehr verwirklichen und die derzeitige Zwischennutzung zu einer freien Dauernutzung verlängern! Wenn wir uns zusammenschließen, werden wir es schaffen, dass das ehemalige MFG-5-Gelände zivil bleibt und der Voßbrook endlich wieder für alle da ist!“

Die Initiative plant eine große Protestveranstaltung

Eine Initiative, die sich für den Erhalt und Weiternutzung des MFG-5-Geländes einsetzt, trifft sich regelmäßig um über Protestmaßnahmen und Aktivitäten zu beraten. Es sind neben den BaumbesetzerInnen, einige auf dem Gelände aktiven Organisationen, wie die Skatergruppe, Wagengruppe „Schlagloch“, Jugendtreff, Musikgruppen/Bands, „Schwentineflotte“ und das Kieler Bündnis für bezahlbaren Wohnraum mit dabei. Die Initiative will alle Menschen vernetzen, die sich unabhängig von den Entscheidungen der Stadt für den Erhalt des Geländes und den Fortbestand der bisherigen Nutzung einsetzen.
Als Höhepunkt ist eine Protestveranstaltung geplant, die als zweitägiges Festival mit allen Beteiligten und UnterstützerInnen am 30./31. Mai 2026 auf dem MFG-5-Gelände stattfinden soll.
Das nächste Treffen der Initiative ist geplant am Tag des Schulstreiks am 5. März 2026 um 18 Uhr im Leuchtturmladen in Kiel-Friedrichsort. (uws)

   

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