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AWO-Mitarbeiter­Innen streiken gegen ungleiche Bezahlung

 

01. November 2016 Am 20.10.2016 haben sich rund 650 Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (AWO) aus ganz Schleswig-Holstein an einem erneuten Warnstreik beteiligt. Sie fordern vor allem eine gerechtere Bezahlung innerhalb des Unternehmens. Es könne nicht sein, dass bei der AWO Erzieherinnen, die in der Jugendhilfe arbeiten, fast 20 Prozent weniger bekommen als Erzieherinnen in Kitas der AWO, so ver.di. Die Gewerkschaft fordert für alle 4.000 MitarbeiterInnen der mehr als 150 AWO-Betriebe in Schleswig-Holstein einen einheitlichen Tarifvertrag und bis zum Jahr 2020 eine Angleichung der Löhne an das Niveau des Tarifvertrages des Öffentlichen Dienstes (TVÖD). 

 

Als das gemeinnützige Unternehmen AWO vor sechs Jahren in eine finanzielle Schieflage geriet, hatte die Gewerkschaft ver.di einem Sanierungs-Tarifvertrag zugestimmt, damit Arbeitsplätze erhalten bleiben. Man habe sich in dieser Zeit vom Gehaltsniveau des öffentlichen Dienstes entfernt. Das müsse jetzt wieder angepasst werden, sagte ein ver.di-Sprecher. Neben rund 6,5 Prozent mehr Geld rückwirkend zum ersten Juli dieses Jahres fordert die Gewerkschaft unter anderem auch eine Entgelt-Neuordnung. Die AWO MitarbeitInnen arbeiten in Kitas, Pflegeeinrichtungen und Beratungsstellen, werden aber für gleichwertige Arbeit unterschiedlich entlohnt. Die AWO will aber keinen gemeinsamen Tarifvertrag, sondern Beschäftigten der AWO 24 sollen weiterhin deutlich schlechter bezahlt werden sollen. 

 

„Wir bestimmen – vor unserem geschichtlichen Hintergrund als Teil der Arbeiterbewegung – unser Handeln durch die Werte des freiheitlich-demokratischen Sozialismus: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.“ Und: „Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte Gesellschaft kämpft.“ So heißt es im Grundsatzprogramm der Arbeiterwohlfahrt. Auch daran wollten die MitarbeiterInnen mit ihrem Streik die Geschäftsführung erinnern. 

 

„DIE LINKE SH unterstützt ver.di in der Forderung einer Erhöhung von 6,4 Prozent noch in diesem Jahr. Die Differenz zum TVÖD beträgt zum Teil 600 Euro und ist absolut indiskutabel. Der Tarifvertrag der AWO muss wieder an den TVÖD angeglichen werden. Eine Spaltung der Belegschaft in pädagogischen und nicht-pädagogischen Bereich lehnen wir ab. Der Verzicht der MitarbeiterInnen in der Pflege und den anderen Bereichen darf nicht damit bestraft werden, dass sie nun abgehängt werden. Gerade der Bereich der Kinder und Jugendhilfe ist ein sehr verantwortlicher und sensibler Bereich, der auf qualifizierte Fachkräfte nicht verzichten kann.“

 

(gst)

   

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