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Erfolgreicher ver.di-Aktionstag am Tag der Pflege

Pflege-Demo

Fotos:gst

01. Juni 2017 Über dreihundert Kolleg*innen aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen demonstrierten am 12. Mai durch Kiels Innenstadt um auf die prekären Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und in der Altenpflege aufmerksam zu machen. Mit dabei streikende Kolleg*innen der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die auf die festgefahrene Tarifauseinendersetzung mit ihrem "Arbeitgeber" hinwiesen. Der Internationale Tag der Pflegenden am 12. Mai geht auf den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale (1820-1910) zurück, der Begründerin der modernen Krankenpflege.

"Der alltägliche Rechtsbruch in der Pflege ist als Dauerzustand nicht erträglich. Die Arbeit in der Pflege darf nicht krank machen. Wir brauchen dringend eine gesetzliche Personalbemessung, damit der Kostendruck nicht länger auf den Rücken der Beschäftigten und Patientinnen und Patienten ausgetragen wird. Deshalb müssen die politischen Akteure, Arbeitgeber und Sozialleistungsträger dringend handeln und eine gesetzliche Personalbemessung auf den Weg bringen“, so Steffen Kühhirt, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales bei ver.di-Nord auf der Kundgebung auf dem "Platz der Kieler Matrosen".

„Wir sind festen Willens, die unerträgliche Situation in der Pflege zu verändern und stehen klar an der Seite der Beschäftigten. Deshalb werden wir den Beschäftigten in den Krankenhäusern auch gewerkschaftliche Angebote machen, ihre Interessen nach einer menschlichen Arbeitssituation durchzusetzen. Das könnten zukünftig auch Warnstreiks sein, so Kühhirt weiter.

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Seine Forderungen an eine neue Landesregierung in Schleswig-Holstein: „Wir erwarten von einer neuen Landesregierung in Schleswig-Holstein ein klares und eindeutiges Bekenntnis für eine gesetzliche Personalbemessung - mindestens in Form einer Bundesratsinitiative. Darüber hinaus kann die neue Regierung eine landesweite Empfehlung für eine Mindestbesetzung in der Pflege auf den Weg bringen, sowie Regelungen zur tariflichen Allgemeinverbindlichkeit in der Altenpflege, das ist eindeutig eine Landesaufgabe und darf nicht in Richtung Berlin verschoben werden", so Kühhirt weiter.

Bundesweit fehlen an deutschen Krankenhäusern circa 162.000 Stellen, davon rund 70.000 in der Pflege. Auch im Norden sind die Krankenhäuser unterbesetzt und es fehlen tausende Stellen. Deshalb fordert ver.di von der neuen Bundesregierung eine Regelung für eine gesetzliche Personalbemessung und zur dringenden Abhilfe ein Sofortprogramm für 20.000 Stellen. Um dies zu leisten, muss die Attraktivität des Pflegeberufes deutlich verbessert werden bei Vergütung und Arbeitsbedingungen. Weiterhin müssen die Anstrengungen bei Ausbildung und Qualifikation verstärkt werden, um zukünftig genug gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung zu haben.

(gst)