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Gewerkschaftsticker

01. April 2018 Equal Pay Day - Bundesregierung muss endlich handeln. Anlässlich des Equal Pay Day am 18. März erhöht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den Druck auf Politik und Wirtschaft. Noch immer bekommen Frauen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger Einkommen als Männer. Bei einer DGB-Aktion am Brandenburger Tor sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann am Freitag in Berlin: „Noch immer klafft eine riesige Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Das ist im 21. Jahrhundert und in einem der reichsten Länder der Welt ein Skandal. Die neue Bundesregierung muss endlich handeln. Um im Betrieb das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ durchzusetzen,  gilt es das Entgelttransparenzgesetz zu verbessern. In dieses Gesetz gehören klare Vorgaben, die Unternehmen verbindlich verpflichten zu prüfen, ob es bei ihnen eine Entgeltlücke gibt. Vergangenes Jahr haben die Arbeitgeber solche verbindlichen Regeln verhindert – jetzt müssen sie kommen! Ganz oben auf die politische Agenda der neuen Regierung gehört auch der Rechtsanspruch auf Rückkehr aus Teilzeit bzw. auf befristete Teilzeit, der inzwischen zum zweiten Mal im Koalitionsvertrag steht. (DGB)


Aktuelle Tarifrunden:

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Warnstreiks werden ausgeweitet. Nachdem auch die zweite Tarifverhandlungsrunde für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen ergebnislos geblieben ist, haben ver.di und die GEW eine Ausweitung der Warnstreiks angekündigt. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn mindestens aber 200 Euro mehr. Die Arbeitgeberseite hatte bisher kein Angebot vorgelegt.

Tarifverhandlungen Deutsches Rotes Kreuz: ver.di fordert 7,5 Prozent mehr Geld .

Tarifgemeinschaft Energie – Verhandlungsergebnis erzielt . In der vierten Runde der Tarifverhandlungen der bei der Tarifgemeinschaft Energie konnten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf ein Ergebnis einigen. Die rund 10.000 Beschäftigten bekommen rückwirkend zum 1. März 2018 drei Prozent mehr Geld. Auszubildende bekommen 85 Euro mehr. Zusätzlich bekommen Tarifbeschäftigte einmalig 1.100 Euro, für Auszubildende gibt es 500 Euro als Einmalzahlungen.

Im jahrelangen Tarifstreit zwischen ver.di und der Charité Facility Management (CFM) in Berlin konnten sich die beiden Parteien auf ein Ergebnis einigen. Die CFM zahlt rückwirkend zum 1. Dezember 2017 einen Grundlohn von 11 Euro pro Stunde. Das ist gleichbedeutend mit einer Lohnsteigerung von 10 bis 16 Prozent für die 1.600 Beschäftigten in den unteren Gehaltsgruppen.

Am 8. März fand die erste Tarifverhandlung zur Überarbeitung des Entgeltrahmentarifvertrags Ziegel Bund ohne Bayern statt. Erstmals gibt es bei der Deutschen Fertighaus Holding einen Tarifvertrag mit der IG Metall. Dafür haben die Beschäftigten mit zwei Warnstreiks Druck gemacht. Nun versucht die Geschäftsleitung, mit eigenen Kandidaten zur Betriebsratswahl die Beschäftigten zu verunsichern.

Die Seeleutegewerkschaft International Transport Workers’ Federation (ITF) und die Arbeitgebervereinigung Joint Negotiation Group (JNG) haben in Manila einen Rahmentarifvertrag für Seeleute beschlossen. Der Vertrag sichert fairere Arbeitsbedingungen. Wesentlicher Teil der Einigung ist, dass das Laschen (Hafenarbeit) auf Container-Feederschiffen ab 2020 von Hafenarbeitern gemacht werden soll. Unter die Tarifverträge, die im Rahmen des Forums des Internationalen Bargaining (IBF) abgeschlossen werden, fallen derzeit 200.000 Seeleute auf rund 8.500 Schiffen, die unter internationalen Flaggen zur See fahren. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) ist Mitglied der JNG. Auf Seite der Beschäftigten bildet die ITF das Dach der maritimen Gewerkschaften und bündelt damit die Interessen von mehr als einer Millionen Seeleute und Hafenarbeitern weltweit. Die Gewerkschaft ver.di ist eine der größten Mitgliedsgewerkschaften der ITF. Der Tarifvertrag ist von 2019 bis 2022 gültig.

Nach zweitägigen, schwierigen Gesprächen haben die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Arbeitgeberverbände Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sowie Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) die Tarifverhandlungen für die rund 800.000 Baubeschäftigten vertagt. Neuer Verhandlungstermin ist der 16./17. April in Leipzig.

ver.di begrüßt die Ankündigung des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), mit ver.di über einen Flächentarifvertrag in der Altenpflege verhandeln zu wollen. Die Altenpflege sei deutlich unterbezahlt. Beschäftigte mit Tarifbindung verdienen im Schnitt 24 Prozent mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen in Betrieben ohne Tarifvertrag.

Amazon: Reichster Mann der Welt und zahlt trotzdem keinen Tariflohn. Jeff Bezos ist der reichste Mensch der Welt und die Amazon Beschäftigten bekommen nicht mal Tariflohn. Am  16. März rief die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten bei Amazon am Standort Rheinberg dazu auf, die Arbeit niederzulegen. „In der vergangenen Woche wurde in zahlreichen Medien darüber berichtet, dass der Amazon-Besitzer, Jeff Bezos, mit einem Vermögen von über 110 Milliarden US-Dollar nun der reichste Mensch der Welt ist. Dieses Vermögen basiert auf der harten Arbeit der Beschäftigten bei Amazon, denen er nicht einmal eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels zugestehen will. ver.di wird nicht aufhören diese eklatante Ungerechtigkeit anzuprangern“, sagte die ver.di-Landesfachbereichsleiterin für den Handel bei ver.di in Nordrhein-Westfalen, Silke Zimmer.(ver.di)

Die Ungleichheit wächst. Es gibt „kein wissenschaftlich erwiesenes Idealmaß an Ungleichheit“, schreiben die Autoren – eine Gruppe von über 100 Ökonomen – in einer umfassenden Studie zur Einkommensverteilung in der Welt. Aber das es immer ungleicher zugeht auf der Welt, vor allem seit den 1980er Jahren mit der zunehmenden Privatisierung in öffentlichen Bereichen, das haben die Ökonomen anhand etlicher Daten herausgearbeitet.  (verdi)

Der geplante Deal zwischen den beiden Energieriesen E.on und RWE wird zum Verlust tausender Stellen führen. Ersten Berechnungen zufolge sei der Abbau von „maximal 5000 Arbeitsplätzen“ zu erwarten, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. (hg)


(Zusammengestellt von hg)