Beiträge

Gewerkschaftsticker

100 Jahre Frauenwahlrecht: Es ist noch viel zu tun. DGB-Vize Elke Hannack fordert gerechte Verteilung von Macht und Verantwortung. Vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt. Ein wichtiger Schritt - doch von einer wirklichen Gleichstellung sind wir immer noch weit entfernt. Auch heute noch wird Frauen schlechter bezahlt, auch heute noch leisten sie einen Großteil der Familienarbeit - während Männer nach wie vor die Führungsetagen in Politik und Wirtschaft dominieren. (DGB)

 
Im Interesse des Gemeinwohls. Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt eindeutig: Der Staat muss wieder stärker werden. Die Erfahrungen der letzten Jahre belegen, dass die Privatisierung öffentlicher Aufgaben keineswegs billiger wird – oft ganz im Gegenteil. Häufig leidet auch die Qualität. Das hat ver.di zwar schon immer prognostiziert und sich stets dafür eingesetzt, dass öffentliche Dienstleistungen in öffentlicher Hand bleiben und ausreichend finanziert werden. Doch Anfang des Jahrtausends galt diese Position als gnadenlos unmodern: Privatisierungen sollten die leeren Kassen der Kommunen füllen und angeblich einen besseren Service für die Bürger bringen. (ver.di)


Reaktion auf Spahn-Vorstoß "Solidarsystem zur Bürgerversicherung ausweiten". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Versicherte ohne Kinder mehr in die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen lassen. "Mit vollen Taschen ist gut schenken", sagte dazu DGB-Vorstand Annelie Buntenbach gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Hier bestraft jemand, der selbst qua Gesetzes gar kein Mitglied der Pflichtversicherung ist, diejenigen, die über ihre Sozialversicherungsbeiträge eh schon in die Solidargemeinschaft einzahlen." Der DGB schlage stattdessen vor, das Solidarsystem als Bürgerversicherung auszuweiten – auch auf Abgeordnete. (DGB)


Bis zu 18 Monate im Lkw: So werden Fahrer in Europa ausgebeutet. Einige Habseligkeiten in der Plastiktüte, Kochen und Essen am Straßenrand, Schlafen in der Fahrerkabine – und das Tag für Tag, bis zu anderthalb Jahre lang. So mussten Dutzende philippinische Lkw-Fahrer auf europäischen Straßen leben. Aufgedeckt haben den Fall jetzt europäische Gewerkschaften und das DGB-Projekt "Faire Mobilität". (DGB)


Urlaubsanspruch: EuGH-Urteil stärkt Arbeitnehmerrechte.  Der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub verfällt nicht automatisch, wenn die Beschäftigten diesen nicht beantragt haben; überdies kann der Urlaubsanspruch auch vererbt werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden und damit die Rechte der Arbeitnehmer gestärkt. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach begrüßte den Richterspruch. (DGB)


„Ausbildungslosigkeit spaltet unsere Gesellschaft". Die Bundesagentur für Arbeit hat heute ihre Zahlen für das Ausbildungsjahr 2018 vorgestellt. Dazu erklärt Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Dienstag in Berlin: "Der Ausbildungsmarkt steht weiter unter Spannung: Noch immer suchen 78.600 Jugendliche einen Ausbildungsplatz - und das bei 57.700 offenen Plätzen. Gleichzeitig stecken 290.000 Jugendliche in den zahllosen Ersatzmaßnahmen im Übergang von der Schule in den Beruf. Fast 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren haben laut Statistischem Bundesamt keine abgeschlossene Ausbildung, sie befinden sich auch nicht in einem Studium oder einem Freiwilligendienst. (DGB)


Lohnerhöhungen werden von steigenden Mieten aufgefressen".  Die Einkommens-unterschiede in Deutschland werden größer, die Ungleichheit wächst. Das liegt auch daran, dass Ärmere einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen - während bei Reichen die Belastung sinkt. Diese Entwicklung muss endlich gestoppt werden, fordert DGB-Vorstand Stefan Körzell. (DGB)

Tarifticker


Tarifrunde der Kieler Bäder GmbH hat begonnen. Am 13. November 2018 haben die ver.di-Mitglieder der Kieler Bäder GmbH im Rahmen von zwei Versammlungen über ihre Vorstellungen zur diesjährigen Tarifrunde diskutiert. Die Schlechterstellung gegenüber den Beschäftigten der Landeshauptstadt Kiel stößt bei den Kolleginnen und Kollegen mehr und mehr auf Unwillen. Am 15.November tagt die Tarifkommission im Gewerkschaftshaus, um festzulegen, mit welchen konkreten Forderungen sie in die Verhandlungen einsteigen wird. Der Organisationsgrad von 90% gibt der Tarifkommission auf jeden Fall Rückenwind. Streikfähigkeit ist in hohem Maße gegeben!


Die IG BAU erzielte für die Beschäftigten im Gartenbau in Bayern einen Tarifabschluss. Nach zähen Verhandlungen einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf eine Entgelterhöhung ab 1. Dezember um 3 plus 3,1 Prozent und nach 10 Monaten um weitere 2,8 Prozent. Die Auszubildendenvergütungen erhöhen sich ebenfalls deutlich.


Die ver.di-Mitglieder bei Ryanair haben dem Eckpunktepapier für einen Tarifvertrag mit sehr großer Mehrheit zugestimmt. Damit ist der Weg frei für den ersten Tarifvertrag für die rund 1.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei Ryanair in Deutschland. Ryanair will jedoch weiterhin keine Betriebsräte zulassen.


Unter dem Motto „JA13 für alle“ erhöht die GEW mit bundesweiten Aktionen den Druck auf die Landesregierungen, sich für eine gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit einzusetzen. Die GEW fordert grundsätzlichere Reformen: eine Lehrkräfteausbildung, die für alle gleich lang ist und sich nicht an Schulformen orientiert, sondern an Klassenstufen.


In der dritten Verhandlungsrunde erzielte die EVG einen Tarifvertrag für die Bediensteten der nichtbundeseigenen Eisenbahnen und von Kraftverkehrsbetrieben (ETV). Die Beschäftigten bekommen unter anderem für die Monate September bis Dezember 2018 eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro. Ab dem 1.1.2019 steigen die Einkommen um 3,25 Prozent und ab dem 1.9.2019 um weitere 3,5 Prozent.


Nach wirkungsvollem Warnstreik der EVG-Mitglieder bei der Busverkehr Rheinland GmbH am 6. November 2018 konnte die EVG in der dritten Verhandlung zur Einkommensrunde am 9. November 2018 einen guten Abschluss für die Beschäftigten erzielen. Für die Monate Oktober bis Dezember gibt es eine Einmalzahlung in Höhe von 270 Euro. Zum 1. Januar 2019 kommt dann das EVG-Wahlmodell für 1,3 Prozent.


(zusammengestellt von hg)