LinX Sozialistische Zeitung für Kiel

Aktuelle Ausgabe vom 01. Oktober 2018

Nov

Inhaltsverzeichnis

100 Jahre Novemberrevolution in Kiel: Damals und heute gegen den Krieg

Kommentar:Aberwitzige Kohlepolitik

Seenotrettung ist Menschenrecht

DKP und SDAJ laden ein. 100 Jahre nach der Novemberrevolution: „Die deutsche Revolution steht noch aus“  (Kurt Tucholsky, 1928)

Kiel gegen Rassismus

Gewerkschaften gegen rassistische Hetze -  für Solidarität!

Ausufernder Niedriglohnsektor: Im Alter droht Hartz IV

Gewerkschaftsticker

Azubis in Kiel:  NGG fordert bessere Job-Perspektiven

Ratsversammlung: Kiel erhält kommunale Wohnungsbaugesellschaft 

Kiels "Eintrittspforte Bahnhof":  Mehr Videoüberwachung, Polizei und ein „kommunaler Ordnungsdienst“

Iltisbunker: „Das Denkmal und Kunstwerk darf nicht zerstört werden“ 

Arbeitskreis Novemberrevolution appelliert an den Stadtpräsidenten 

Eine kleine Nachrichten- und Twittersynopse - Das Allerletzte

Neumünster:: Solidarische Landwirtschaft gegründet

Termine

100 Jahre Novemberrevolution in Kiel:

Damals und heute gegen den Krieg

01. Oktober 2018 Vor 100 Jahren machte der Aufstand der Kieler Matrosen, dem sich schon bald die Arbeiter ist in der Fördestadt und schon bald im ganzen Land anschlossen, dem Ersten Weltkrieg ein Ende. Doch leider gelang es nicht, die Wurzeln des Miltarismus zu beseitigen. daher heißt Gedenken an die Novermberrevolution auch, sich den aktuellen Kriegsvorbereitungen entgegen zustellen. Wir dokumentieren den Aufruf zu einer Gedenkdemonstration, die eben dies im Sinne hat.

3. November 1918 – Schluss mit dem Krieg!
3. November 2018 – Stoppt die Kriegsvorbereitungen!

Demonstration in Kiel: Samstag, 03. November 2018
14.30 Uhr, Bahnhof, Platz der Matrosen

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Aberwitzige Kohlepolitik

01. Oktober 2018 Ein Dürre-Sommer liegt hinter uns. In Schleswig-Holstein fiel er eher glimpflich aus, anders als in Skandinavien oder Mitteleuropa. Im südlichen Brandenburg und Teilen Sachsen-Anhalts galt noch Mitte September die höchste Waldbrandstufe. Schweden erlebte eine nie zuvor da gewesene Serie von Waldbränden, und auch südlich von Berlin brannte der Wald in einem Ausmaß, wie man es dort sehr lange nicht gesehen hatte. Noch in 50 Kilometern Entfernung beunruhigte der Rauch die Menschen und ließ die Telefone der Hauptstadtfeuerwehr heiß laufen. Hinzu kommen bundesweit Ernteschäden in dreistelliger Millionenhöhe. 

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Seenotrettung ist Menschenrecht

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Bilder: Ulf Stephan

01. Oktober 2018 Am Samstag, den 1. September veranstaltete die Kieler Seebrücke-Gruppe einen Flashmob in der Holstenstraße und auf dem Wasser an der Kiellinie. Die Aktionen waren Teil europäischer Aktionswochen, die auf die Kriminalisierung der Seenotrettung und das Ertrinkenlassen im Mittelmeer aufmerksam machen sollten. Da Seebrücke-Netzwerk hat sich im Sommer spontan als Reaktion auf die Blockade mehrere ziviler Seenotrettungsboote im Mittelmeer gebildet. Malta, Griechenland und Italien versuchen die Flüchtlingsunterstützung und das retten von Flüchtlingen aus Seenot zu kriminalisieren. Verschiedene Boote liegen in den Häfen fest, Kapitäne, Crew-Mitglieder und Unterstützer auf den griechischen Inseln müssen sich vor Gerichten verantworten und wurden, insbesondere in Griechenland, unter konstruierten Anschuldigungen inhaftiert.

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100 Jahre nach der Novemberrevolution:

„Die deutsche Revolution steht noch aus“                 

 (Kurt Tucholsky, 1928)

DKP


01. Oktober 2018 DKP und SDAJ Kiel laden ein zu einem Nachmittag /Abend mit Podiumsdiskussion und Kulturveranstaltung am  20. Oktober 2018 in der Hansastraße  48
 
Podiumsdiskussion von 16-18 Uhr (Eintritt frei)

 Diese Diskussion geht über zwei Runden. Zunächst wird es um die Bewertung der damaligen Ereignisse  gehen und anschließend um die Frage, was uns das heute noch sagt – welche Handlungsaufträge uns die Revolutionär*innen von damals eventuell noch zur Erledigung hinterlassen haben, um die deutsche Revolution doch noch zu vollenden.

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Kiel gegen Rassismus

DGB gegen Nazis FRG 3

Foto: F®itz - R. Gössel

01. Oktober 2018 Am 3. September folgten gut 4.000 Menschen einem Aufruf des DGB, des Flüchtlingsrates und anderer zu einer Kundgebung au dem Kieler Rathausplatz unter dem Motto „Für Respekt und Menschenwürde! - Für Solidarität und Mitmenschlichkeit!“ Anlass waren die rassistischen Ausschritungen in Cehmnitz. Der Flüpchtlingsrat schrieb iim Vorfeld der Demo: „Sieben Jahrzehnte nachdem der parlamentarische Rat mit den Worten „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ eine klare und unmissverständliche Haltung gegen die menschenverachtende Gewaltherrschaft von 1933 bis 1945 im Grundgesetz verewigt hat, müssen wir erleben, dass in unserem Land wieder Menschen angegriffen, gejagt, gehetzt und tödlich verletzt werden.

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Gewerkschaften gegen rassistische Hetze -  für Solidarität!

DGB gegen Nazis FRG 2

Foto: F®itz - R. Gössel

01. Oktober 2018 Zu den Ereignissen in Chemnitz hat der Geschäftsführende DGB-Bundesvorstand am Dienstag in Berlin folgende Resolution verabschiedet: Aus der Erfahrung mit dem Faschismus gibt es für uns Gewerkschaften keinen Zweifel, dass wir jede Form von Rechtsextremismus, Rassismus, Nationalismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit mit Nachdruck bekämpfen. Wir setzen uns ein für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit. Es ist gut und richtig, dass viele Menschen in den letzten Monaten und Tagen gegen rechte Hetze und hassgetriebene Aufmärsche Haltung gezeigt haben. Das reicht aber nicht: Der Rechtsstaat muss dieser Hetze und denen, die sie verbreiten, entschieden entgegentreten.

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Ausufernder Niedriglohnsektor:

Im Alter droht Hartz IV

01. Oktober 2018 Gefangen im Niedriglohn: 13.200 Vollzeit-Beschäftigte in Kiel verdienen weniger als 2.200 Euro brutto im Monat. Das sind 18 Prozent aller Menschen, die hier sozialversicherungspflichtig die volle Stundenzahl arbeiten. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Die IG BAU Schleswig-Holstein Nord beruft sich dabei auf eine aktuelle Statistik der Arbeitsagentur.

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Gewerkschaftsticker

01. Oktober 2018 Rund 1,9 Millionen günstige Wohnungen fehlen in deutschen Großstädten. Besonders Alleinlebende und Menschen mit geringem Einkommen haben es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Doch auch Normalverdiener müssen fürs Wohnen immer tiefer in die Tasche greifen: 2014 haben rund 40 Prozent der Großstadthaushalte mindestens 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für Miete und Nebenkosten ausgegeben, Heizkosten noch nicht eingerechnet. Das hat eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung ergeben. 30 Prozent gelten bei Wissenschaftlern vor allem bei Mietern mit kleinem Einkommen als Belastungsgrenze, weil sonst zu wenig Geld für Alltagsausgaben bleibt. (DGB) 

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Azubis in Kiel:

NGG fordert bessere Job-Perspektiven

01. Oktober 2018  94.000 Schleswig-Holsteiner arbeiten befristet. Besonders Berufseinsteiger betroffen. Ausbildungsvertrag in der Hand, aber was kommt danach? In Kiel können sich derzeit rund 920 Neu-Azubis über eine Lehrstelle freuen. So viele versorgte Bewerber zählte die Arbeitsagentur zum Start des Ausbildungsjahres. Damit die Karriere auch nach der Abschlussprüfung weitergeht, fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nun bessere Job-Perspektiven für Berufseinsteiger. Eine große Hürde nach der Ausbildung, so die NGG, ist jedoch der Trend zum Job auf Zeit – zur Befristung. 

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Ratsversammlung:

Kiel erhält kommunale Wohnungsbaugesellschaft

01. Oktober 2018 Nach 18 Jahren hat die Kieler Ratsversammlung endlich eine schwerwiegende Fehlentscheidung rückgängig gemacht, die in den Zeiten überschwenglichen Privatsierungswahns durch den sozialdemokratischen Oberbürgermeister Norbert Gansel begangen wurde: den Verkauf der Kieler Wohnungsbaugesellschaft (KWG).

Für 250 Millionen DM (ca. 125 Millionen Euro) wurde die KWG 1999 verkauft und wechselte bald von Hand zu Hand. 2014 landete sie schließlich bei der von Deutsche Annington (inzwischen Vonovia). Wert: schätzungsweise 460 Millionen Euro. Über die Jahre haben diverse Konzerne einen Verkaufserlös von 335 Millionen Euro erzielt. Hinzu kommen die Gewinne, die mit Mieten gemacht wurden und die entgangenen Steuereinnahmen, die natürlich meist an den Firmensitzen entrichtet werden. Arne Wulff (CDU): „Wir werden andere Wege zur Schaffung von Wohnraum für sozial Schwache finden.“ „Wohnungsbaupolitik hängt nicht an städtischem Wohnungseigentum,“ Jürgen Fenske (SPD). Solcherlei Fehleinschätzungen hatten vor allem überhöhte Mieten und fehlende Sozialwohnungen zur Folge. Nach 18 Jahren wird nun festgestellt: „Wir sehen in Kiel ja deutlich: Der Markt regelt eben nicht alles von alleine.“ (Sozialdezernent Gerwin Stöcken).

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Kiels "Eintrittspforte Bahnhof":

Mehr Videoüberwachung, Polizei und ein „kommunaler Ordnungsdienst“

01. Oktober 2018 Bis Ende des Jahres werde sich am Hauptbahnhof so einiges ändern, konnten die Leser der KN vom 1.9. entnehmen. „Kiels Eintrittspforte schöner und sicherer machen“ ließ das OB-Büro dort  vermelden und kündigte an, die Reinigungsintervalle des Bahnhofs-Vorplatzes zu erhöhen und endlich eine „Kleinst-Toilettenanlage“ zu schaffen (übergangsweise steht dort nun ein Toilettenwagen bereit) 

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Iltisbunker:

„Das Denkmal und Kunstwerk darf nicht zerstört werden“

01. Oktober 2018 Auf einem Pressegespräch am 31.8. in der Räucherei übergaben Mitglieder der "Initiative zum Erhalt des Fassadengemäldes 'Revolution und Krieg' am Iltisbunker" Pressevertretern eine Presseerklärung und erläuterten Hintergründe und Zielsetzungen der Initiatoren. Zu Beginn gab Walter Ehlers eine Einführung über die politischen Hintergründe, die zur Erstellung des Gemäldes führten und beschrieb kenntnisreich die Bildmotive des Wandgemäldes.

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Arbeitskreis Novemberrevolution appelliert an den Stadtpräsidenten

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident,
wir bitten Sie, den nachstehenden Appell, den der Arbeitskreis Novemberrevolution während seiner Sitzung am 23. August 2018 verabschiedet hat, den Ratsfraktionen zur Kennntnis zu geben: „Der Arbeitskreis Novemberrevolution zum 100-jährigen Jubiläum des Matrosen- und Arbeiteraufstands am 03.11.2018 richtet den dringenden Appell an die Stadt Kiel, das historisch bedeutsame und markante Fassadengemälde am Iltisbunker “Revolution und Krieg“ zu erhalten. Das 1989 von dem Künster Shahin Charmi zum 70. Jahrestag dieses epochalen Ereignisses fertig gestellte Werk spiegelt einzigartig mit seinen verschiedenen Bildelementen das entschlossene Streben nach Frieden, Beendigung des Krieges und Demokratie wieder. Es schließt allerdings in mahnender Weise auch die zukünftige Entwicklung wie Faschismus, Novemberpogrome, Verelendung und Krieg mit ein und ist damit auch heute hochaktuell. Das stadtteilprägende Fassadengemälde stellt einen weit über Kiel hinausgehenden Baustein der Erinnerungskultur dar und darf als bewusstseinsprägendes Denkmal und Kunstwerk nicht zerstört werden.“

Mit freundlichen Grüßen
Benno Stahn, für den Arbeitskreis Novemberrevolution

Eine kleine Nachrichten- und Twittersynopse

Das Allerletzte

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Gemeinsam schlagen - Getrennt marschieren !!

01. Oktober 2018 Gute Nacht, Deutschland... Klappt offensichtlich gut die Zusammenarbeit der AfD, Pegida und anderen Rassisten und Faschisten mit dem Verfassungsschutz, der Polizei, der Staatsanwalt und rechten Behördenmitarbeitern. (hg)

Ulrich Schneider: @TinaHassel in der @tagesschau zu den Beweggründen, #Maaßen zu befördern: „ ... man sei beunruhigt, haben wir gehört, dass in den Reihen der Polizei und der Sicherheitsbehörden der Unmut über die Politik der Kanzlerin immer lauter werde.“ Jetzt wird mir langsam wirklich mulmig.

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Neumünster:

Solidarische Landwirtschaft gegründet

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01. Oktober 2018 Am 19.9.2018 gründete sich in Neumünster ein weiteres Solawi-Projekt in Schleswig-Holstein. Auf Initiative einer Arbeitsgruppe bei Attac-Neumünster und weiteren Aktiven beteiligten sich ca. 80 TeilnehmerInnen an einer Gründungs-Veranstaltung. Auf der Veranstaltung waren Aktivisten von der Kieler Solawi „Schinkeler Höfe“ und Wolfgang Stränz von der Wirtschaftsgemeinschaft Buschberghof als erfahrener Referent anwesend.  Es gibt bereits ca. 50 Interessierte für die Teilnahme, allerdings soll die Solawi im ersten Jahr zunächst nur mit 35 Teilnehmenden starten, die per Los ermittelt werden. Die Organisatoren hatten im Vorwege Kontakte zu verschiedenen Bauernhöfen geknüpft.

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Termine

Fr., 05. - 07.10., Universität Kassel: Attac-Europakongress "Ein anderes EUROPA ist möglich!" Programm und Anmeldung: www.ein-anderes-europa.de

Mi. 10.10., 19 Uhr, Haßstr. 22, PUMPE, Galerie, Attac-Plenum, www.attac-kiel.de

Fr., 19.10., 18 Uhr, Glückslokal, Alte Mu, Lorentzendamm 6-8, Transition-Town-Treffen

Sa., 20.10., Hansastr. 48, 16-18 Uhr Podiumsdiskussion: 100 Jahre nach der Novemberrevolution: „Die deutsche Revolution steht noch aus“ 20 Uhr Kulturveranstaltung Lieder, Gedichte, Prosa, Szenen über die deutsche Revolution mit Erich Schaffner (Sänger, Schauspieler, Rezitator), begleitet am Klavier von Bastian Hahn. Veranstalter: DKP und SDAJ Kiel, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro

Di., 23.10., 19 Uhr, Pumpe, Gruppenraum 2, Treffen und Infos der Solidarischen Landwirtschaft Schinkeler Höfe, www.schinkeler-hoefe.de

Sa., 27.10., 11 Uhr, Alte Mu, Lorentzendamm 6-8, Attac-Regionaltreffen Schleswig-Holstein

Sa., 03.11., 14.30 Uhr, Kiel, Hauptbahnhof, Platz der Matrosen, Demonstration 100 Jahre Novemberrevolution in Kiel – mit roten Fahnen!

So., 04.11., 10 Uhr, Friedhof Eichhof, Kiel, Gedenkveranstaltung zur Novemberrevolution, Treffen um 9.30 Uhr, am Eingang

Täglich: Stadtgalerie, Andreas-Gayk-Str. 31: Ausstellung: „2018 – Are you satisfied?“ Aktuelle Kunst und Revolution (bis 25.11.2018)

Do., 08.11., 18 Uhr, Kieler Gewerkschaftshaus,  Dokumentarfilm „Revolution in Kiel“ und Diskussion mit dem Kieler Experten Klaus Kuhl über das Schlüsselereignis der deutschen Demokratieentwicklung.